Die Technische Zeichnerin und Maschinenkonstrukteurin ist eine Sozialdemokratin der ersten Stunde: Im Dezember 1989 trat sie in die Brandenburger SPD ein, von 1990 bis 1999 und dann wieder von 2002 bis heute gehört sie dem Potsdamer Landtag an.

Zuletzt war die Politikerin dort Vorsitzende des Innenausschusses, sprach im Parlament zum Polizeigesetz, zum Flughafenasyl und zur Kriminalstatistik. Und gehörte damit zu den häufigsten Rednern des Regierungslagers. Und bei der Landtagswahl am 14. September gelang es der Sozialdemokratin, ihren Wahlkreis gegen Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) mit wenigen Stimmen Vorsprung zu gewinnen.

Was am Ende wohl für Britta Starks Nominierung ausschlaggebend gewesen sein dürfte: Denn vor der Wahl galt die derzeitige Bildungsministerin Martina Münch (SPD) als heiße Favoritin für den Posten der Landtagspräsidentin. Doch sie gewann am Ende kein Direktmandat. Im neuen Landtag will sich Britta Stark nach eigenen Angaben dafür eintreten, dass die Politik für Bürgerinnen und Bürger wieder stärker verständlich wird. "Ich möchte diesem Parlament eine starke Stimme geben", sagte Britta Stark kürzlich in Potsdam. Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit dürfe keine Bühne geboten werden. Womit Britta Stark ein Thema aufgreift, das sie auch an anderer Stelle intensiv beschäftigt: Denn wie viele ostdeutsche Sozialdemokraten der ersten Stunde ist auch Britta Stark in der Evangelischen Kirche engagiert. Die Barnimer Politikerin ist Mitglied der Kirchenleitungsausschusses für Migration und Integration der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Und sie gehört zum Aufsichtsrat einer der bekanntesten Diakonieeinrichtungen der Region, der Hoffnungstaler Anstalten in Lobetal bei Bernau.

Als Landtagsvizepräsidenten hat die CDU als zweitstärkste Fraktion des Parlaments bereits ihren langjährigen Fraktionsvorsitzenden Dieter Dombrowski nominiert. Der stets wortgewaltige Politiker, der zu den prägenden Gestalten des Potsdamer Landtags gehört, hatte in der letzten Legislaturperiode zugunsten des Spitzenkandidaten und Landesvorsitzenden Michael Schierack auf den Fraktionsvorsitz verzichtet. Bundesweit bekannt geworden ist der frühere Rathenower Landrat Dombrowski, der zu DDR-Zeiten als politischer Häftling im Zuchthaus Cottbus einsaß, als er in der ersten Sitzung des Landtags in Häftlingskleidung gegen die Regierungsbeteiligung der Linken protestierte. Weniger bekannt ist das private Engagement Dombrowskis: Der praktizierende Katholik setzt sich neben seiner Tätigkeit intensiv für die Aufnahme und Integration syrischer Flüchtlinge in Deutschland ein.Diskutiert wird derzeit in Potsdam, ob es neben Dombrowski einen zweiten Vizepräsidenten geben soll. Damit würde auch die Linkspartei, die bei der Landtagswahl von der zweitstärksten zur drittstärksten Fraktion wurde, weiter einen Präsidenten behalten können.

Im Unterschied zur Situation nach der Landtagswahl 2009, wo dieser Posten der CDU zugefallen wäre, hat sich die SPD bereits für eine derartige Lösung ausgesprochen - was den künftigen Koalitionspartner freuen dürfte.