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| 02:45 Uhr

Sorge um Sicherheit an der Absturzstelle von MH17

Warum – dieses Wort ist zwischen unzähligen Blumen am Flughafen von Eindhoven zu lesen. Heute werden die letzten Opfer des Fluges MH17 in die Niederlande gebracht.
Warum – dieses Wort ist zwischen unzähligen Blumen am Flughafen von Eindhoven zu lesen. Heute werden die letzten Opfer des Fluges MH17 in die Niederlande gebracht. FOTO: dpa
Den Haag/Charkow. Über eine Luftbrücke kehren die Todesopfer von Flug MH17 zurück in die Niederlande. An der Absturzstelle müssten dringend Wrackteile untersucht werden – für die Experten eine gefährliche Angelegenheit. dpa/uf

Die Niederlande fordern eine internationale Polizeitruppe zum Schutz von Ermittlern an der Absturzstelle von Flug MH17 in der Ostukraine. Es gehe darum, Klarheit über die Ursache zu erlangen sowie die Täter zu verfolgen und zu bestrafen, erklärte die Regierung in Den Haag am Donnerstag.

Militärtransporter aus den Niederlanden und Australien brachten nachmittags weitere 74 Särge aus der ukrainischen Stadt Charkow nach Eindhoven. Bei dem mutmaßlichen Abschuss der malaysischen Boeing 777-200 über der Ostukraine waren vor einer Woche 298 Menschen getötet worden.

Ukrainische Truppen und prorussische Separatisten lieferten sich weiter schwere Gefechte in der Region. Der niederländische Außenminister Frans Timmermans und seine australische Kollegin Julie Bishop trafen am Donnerstag in Kiew ein, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Die Niederlande und Australien bereiten nach Medienberichten eine Resolution für den UN-Sicherheitsrat vor, um den Einsatz einer bewaffneten Einheit in dem Katastrophengebiet zu ermöglichen. Der niederländische Sicherheitsrat, der die internationale Untersuchung des Absturzes leitet, forderte ungehinderten Zugang zur Unglücksstelle. Ermittler könnten auch eine Woche nach dem mutmaßlichen Abschuss der Boeing von Malaysia Airlines noch immer nicht zu der Stelle, da ihre Sicherheit nicht gewährleistet sei.

Allerdings durften Beobachter der OSZE sowie Experten aus Malaysia und Australien inzwischen die Unglücksstelle besuchen und die Lage von Wrackteilen dokumentieren. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) berichtete nicht von Behinderungen durch die Separatisten, die das Gebiet kontrollieren.

Die Ukraine und der Westen verdächtigen die Separatisten, die Maschine abgeschossen zu haben. Russland und die Rebellen haben den Verdacht dagegen auf das ukrainische Militär gelenkt.

Russland forderte die Ukraine und USA zur Veröffentlichung ihrer Beweise auf. Vize-Verteidigungsminister Anatoli Antonow sagte, es werde zwar immer wieder auf Erkenntnisse der US-Geheimdienste und auf Satellitenfotos verwiesen, die einen Raketenstart von dem Konfliktgebiet aus belegen sollen. "Aber wo sind diese Beweise?", fragte der Militär im Staatsfernsehen.

Über die Luftbrücke Charkow-Eindhoven sollen bis Freitagabend alle bislang geborgenen Absturzopfer ausgeflogen werden. In Eindhoven waren am Mittwoch auch die ersten 40 Toten eingetroffen, erwartet vom niederländischen Königspaar, Ministerpräsident Mark Rutte und vielen Angehörigen der Opfer.