Demnach fällt jede zweite Musikstunde aus, vor allem an den Grundschulen fehlt Fachpersonal. "Die Basisbildung geschieht in den Schulen nur in unzulänglicher Weise" kritisierte der Chef der deutschen Opernkonferenz und Intendant der Sächsischen Staatsoper Dresden, Gerd Uecker. Er forderte deshalb, das Unterrichtsangebot in den musischen Fächern zu erhöhen. Nur so könne eine lebendige Begegnung von Jugendlichen und Hochkultur gewährleistet werden. Die Sprache der Musik verstünden nur noch wenige Kinder, fürchtet auch seine designierte Nachfolgerin Ulrike Hessler. "In einer Klasse von 30 Schülern können heute nur noch drei eine Melodie richtig nachsingen, vor 30 Jahren waren das noch 27", sagte sie. Dabei hätten Studien gezeigt, dass musizierende Kinder ausgeglichener und kreativer seien. Laut Statistik ist der Musikunterricht an den sächsischen Schulen zwar abgedeckt. "Die Frage ist nur, ob das auch mit entsprechendem Fachpersonal geschieht", sagte Torsten Tannenberg vom Sächsischen Musikrat. Vor allem an den Grundschulen würden die meisten Kollegen den Musikunterricht eher "nebenbei mitmachen". Dabei sei eine Vermittlung der musikalischen Grundlagen gerade in diesem Alter enorm wichtig. Auch der Verband deutscher Schulmusiker in Sachsen sieht darin das Hauptproblem. "Der Musikunterricht an den Grundschulen ist unser Sorgenkind", erklärte Geschäftsführer Wolfgang Gretschel. dpa/mb