Der Ausschuss tagte zusammen mit Mitgliedern des Sorben- und Wenden-Ausschusses des brandenburgischen Landtags. Wie der Leiter des Cottbuser Witaj-Sprachzentrums, Meto Nowak, in der Sitzung sagte, habe die zentrale Fachkonferenz der Sorbisch-Lehrer diese Entscheidung getroffen, weil in der Niederlausitz das für die Sorbisch-Olympiade nötige Sprachniveau nicht mehr erreicht werde. Der für das Fach Sorbisch zuständige Schulrat des staatlichen Schulamtes Cottbus, Michael Koch, wies allerdings darauf hin, dass die Fachlehrerkonferenz auch beschlossen habe, dass es für die Niederlausitz künftig ein alternatives Angebot zur Sorbisch-Olympiade geben soll.

Auf Zustimmung stießen im Bildungsausschuss sowie bei den Vertretern der Sorben und Wenden dagegen die Pläne von Bildungsministerin Martina Münch (SPD) zur Evaluation des bilingualen Witaj-Unterrichts sowie des Fremdsprachenunterrichts Sorbisch und Wendisch bis zum Jahr 2015. "Wir begrüßen das ausdrücklich", sagte Nowak. Im Ausschuss betonte Münch erneut, dass bis zum Ende der Untersuchung das Witaj-Angebot und der Fremdsprachenunterricht so weitergehen sollen wie bisher - "sonst würde es keinen Sinn machen, das zu evaluieren." Das politische Ziel müsse sein, die Sprache zu erhalten und zu revitalisieren, wo es möglich ist.

Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Marie-Luise von Halem, und die stellvertretende Parlamentspräsidentin Gerrit Große (Linskpartei), bedauerten allerdings, dass die in Kindertagesstätten durchgeführten Angebote der frühkindlichen Bildung kein Teil der Evaluation seien. "Trotz sinkender Schülerzahlen nehmen konstant etwa 1300 Schüler am Sorbisch-Wendisch-Unterricht teil", so Große. "Das ist eine Riesenleistung." Man wisse, dass das Schulfach "immer ein Kind mit besonderem Förderbedarf und besonderer Zuwendung bleiben werde", so Große. "Da gibt es politischen Konsens über alle Parteien." Hingegen zeigte sich der parteilose Abgeordnete Gerd-Rüdiger Hoffmann besorgt über die geringen Zahlen von Schülern, die im Spreewald, etwa in Lübbenau, am Sorbisch-Unterricht teilnehmen. "Dort reicht offenbar die Folklore", sagte Hoffmann. Der Abgeordnete sprach sich dafür aus, die Sorben und Wenden und ihre Sprache auch in die kulturpolitische Strategie der Landesregierung aufzunehmen.