Am Institut für Sorabistik an der Uni Leipzig fangen zwar pro Semester um die sieben junge Leute ein Studium an. "Aber die Gesamtzahl ist nicht so groß, dass wir den Bedarf decken könnten", sagt Lehrstuhl-Inhaber Eduard Werner. Mindestens 20 neue Studenten bräuchte er regelmäßig, um die sorbischen Schulen in der Lausitz mit Lehrern zu versorgen.

Das Leipziger Institut ist das einzige deutschlandweit, wo Minderheitensprachen wie Sorbisch gelehrt werden. Hier wird der Lehrernachwuchs für Sachsen und Brandenburg ausgebildet. Die meisten der Studenten kommen aus den katholischen Gebieten in der Lausitz. "Und da wollen sie auch wieder hin", sagt Werner. Sie wollten etwas für den Erhalt ihrer Muttersprache tun. Problem: Ihre Zahl reicht nicht.

Das Sorbische gilt als bedroht. Schätzungen zufolge sprechen 20 000 Menschen obersorbisch und niedersorbisch. Die meisten leben in den alten Siedlungsgebieten in Sachsen und Brandenburg. Wichtig sei zunächst, sagt Werner, dass Sorbisch weiter in den Familien gesprochen wird.

Darüber hinaus muss dringend am Prestige der sorbischen Sprache gearbeitet werden. Zum einen, um auch Neulinge heranzuführen. Aber auch Sorbische Kinder dürften nicht den Eindruck bekommen, dass es alles Interessante nur auf Deutsch gäbe.

Der Chef des sorbischen Dachverbands Domowina, David Statnik, will mit dem zusätzlichen Geld für die Stiftung für das sorbische Volk Lehrbücher, ein digitales Lernprogramm und ein digitales Wörterbuch bezahlen. "Das Image der Sprache ist zumindest so hoch, dass die, die die Sprache können, sie auch mitnehmen, wenn sie wegziehen", sagt Statnik.