Eigentlich hätten sich die Kandidaten in Dresden präsentieren sollen. Fünf Bewerber habe es gegeben, zwei seien in der engeren Wahl gewesen. Das wichtigste Ziel sei es nun, die Stiftung handlungsfähig zu halten. Am 17. Dezember soll es eine Sondersitzung geben.

Budar sprach von einer "sauberen Stellvertreter-Lösung" und einer kommissarischen Besetzung des Postens. Direktor Marko Suchy, der seit April 1992 der Stiftung vorsteht, geht zum Jahresende. Es gebe nur wenige, die Sorbisch sprechen, sich im Kulturbereich auskennen und die verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen wollen, erklärte Suchy.

Insgesamt stehen der Stiftung mit den Zuschüssen des Bundes und der Länder Sachsen und Brandenburg für den Etat 2016 rund 19,1 Millionen Euro zur Verfügung. Der Großteil fließt in die Förderung sorbischer Institutionen wie das Sorbische National-Ensemble oder das Sorbische Institut. Auch der Domowina Verlag erhält Geld. Rund 1,16 Millionen Euro stehen für Investitionen wie Baumaßnahmen zur Verfügung.

Zusätzlich 275 000 Euro gibt die Stiftung für eigene sorbische Projekte aus. 2016 soll ein Schwerpunkt auf der Förderung der Sprache in den digitalen Medien liegen. Dafür hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages Mitte November zusätzliche Mittel in Höhe von rund 750 000 Euro angekündigt.