„Wir haben nicht überall Freunde“ , sagt Konzack - und schäumt. Der Prüfbericht des Bundesverwaltungsamtes zur „Stiftung für das sorbische Volk“ , der 500 000 Euro Einsparpotenzial ausmacht und auf Managementfehler hinweist (die RUNDSCHAU berichtete), macht ihn wütend.
Das Papier sei ein „Sammelsurium von Unwahrheiten, Halbwahrheiten und Fehleinschätzungen“ , sagt Konzack. Und spricht von einer „dilettantischen Einordnung und Bewertung“ der sorbischen Einrichtungen in Brandenburg, die wirklich „keine Grundlage für ernst gemeinte Einsparvorschläge sein können“ .

„Einrichtungen erkämpft“
„Da bekommt man beim Lesen des Prüfberichts doch den Eindruck, die Niederlausitz sei die fünfte Kolonne der Sorben, die mit einem Fingerschnipp zu streichen ist“ , sagt Konzack. „Dabei haben wir uns diese Einrichtungen in Brandenburg erkämpft, da es sich in der Niederlausitz um eine eigenständige Kultur-, Sprach- und Trachtenregion mit selbstständigen Strukturen handelt.“ Und diese Einrichtungen seien ja schließlich auch von den Vertretern des Bundes und der Länder Brandenburg und Sachsen, von denen die Stiftung jährlich rund 16 Millionen Euro Fördermittel erhält, im Stiftungsrat mitgetragen worden.
Stiftungsdirektor Marko Suchy schlägt indes nach der Sitzung der Stiftungskommission, die gestern im sächsischen Schleife bei Weißwasser tagte, versöhnlichere Töne an. Es gebe in dem Prüfbericht durchaus „nachvollziehbare und diskussionswürdige“ Sparvorschläge, die umsetzbar seien, sagt er.
Eine Konzentration zusätzlicher Verwaltungsaufgaben in der Stiftung sei zum Beispiel denkbar. „Dass wir über weitere Strukturmaßnahmen nachdenken müssen, ist uns bewusst“ , erklärt Suchy. Nicht hinnehmbar sei allerdings, entweder die Regionalbüros der Stiftung oder die der Do mo wina aufzulösen, wie das Bundesverwaltungsamt vorgeschlagen habe.

Nachdenken über Strukturen
Auch das Wendische Museum in Cottbus dem Bautzener Museum und das Sorbische Institut der Uni Leipzig anzugliedern, sei inakzeptabel. „Das halte ich persönlich für Unsinn“ , sagt Suchy, der den Vorwurf, dass Personal beim Gehalt falsch eingruppiert worden sei, zudem als „Halbwahrheit“ geißelt.
Bis zum 12. Februar will die Stiftung jetzt dem Bund, dem Freistaat Sachsen und Brandenburg eine präzise Stellungnahme vorlegen, die die in dem Bericht erhobenen Vorwürfe entkräften soll. Suchy: „Die Stiftung hat kein Geld verschwendet.“ Vielmehr bemühe sie sich seit Jahren selbst um Einsparungen. So sei das Personal im Stiftungsbereich seit 1998 um 108 Stellen reduziert worden. „Das Ende der Fahnenstange ist damit erreicht.“