Sachsens Regierung berät am Donnerstag (ab 09.00) auf einer Sondersitzung über die steigenden Flüchtlingszahlen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte am Mittwoch neue Prognosen vorgelegt. Demnach rechnet die Bundesregierung im laufenden Jahr mit bis zu 800 000 Asylanträgen in Deutschland. Das wäre eine Größenordnung, wie es sie in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie gab. Den bisherigen Höchststand hatten die Behörden 1992 mit etwa 440 000 Asylanträgen registriert.

Bislang ging das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge für 2015 von rund 450 000 Asylsuchenden aus. Laut „Königsteiner Schlüssel“ muss Sachsen knapp 5,1 Prozent der Betroffenen aufnehmen. Nach den jetzt vorlegten Prognosen wären das bis zu etwa 40 700 Flüchtlinge. Sachsen hatte bisher mit gut 22 000 gerechnet.

Nach der Kabinettssitzung wollen Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und sein Stellvertreter, Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), über Ergebnisse informieren. Im Anschluss kommen auch die Landtagsfraktionen von CDU und SPD zu Sondersitzungen zusammen.