Am Monatsende waren in Brandenburg 216 964 Menschen erwerbslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit heute mitteilte. Das waren 332 Frauen und Männer weniger als vor einem Monat und 13 272 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zu Juli mit 16,3 Prozent unverändert. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 17,2 Prozent oder um 0,9 Punkte höher gelegen.

Die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen ist hingegen leicht angestiegen. Zum Monatsende waren 353 246 Frauen und Männer ohne Arbeit, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit jetzt in Chemnitz mitteilte. Dies sei eine Zunahme um rund 3700 Personen beziehungsweise 1,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, erhöhte sich von 16 auf 16,2 Prozent.

Die Arbeitslosenzahl in Berlin hat sich im August sowohl verglichen mit Juli als auch mit dem Vorjahresmonat verringert. Im August waren 293 149 Menschen erwerbslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit heute mitteilte. Das waren 1122 Frauen und Männer weniger als vor einem Monat und 26 384 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote in der Hauptstadt sank im Vergleich zum Juli um 0,1 Punkte auf 17,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch 19,0 Prozent betragen.

Zurückhaltend fiel Weises Arbeitsmarktprognose für das zweite Halbjahr 2006 und die Entwicklung im kommenden Jahr aus. "Rein statistisch betrachtet ist uns im Vormonat die Trendwende geglückt. Aus unternehmerischer Sicht bin ich aber eher vorsichtig", sagte der BA-Chef. "Es muss sich erst zeigen, wie es in wirtschaftlicher Hinsicht in der zweiten Jahreshälfte weitergeht."

Gute Konjunktur

Derzeit präsentiert sich der Stellenmarkt aber nach Einschätzung des BA-Vorstands weiterhin robust. "Die gute Konjunktur ist Rückenwind für den Arbeitsmarkt", machte Weise klar. Trotz der leichten August-Abschwächung entwickelten sich die drei wichtigen Arbeitsmarktindikatoren positiv: "Die Arbeitslosigkeit geht zurück, Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigen, und die Zahl der offenen Stellen ist hoch", führte der BA-Chef an. Vor einem Jahr waren noch 426 000 mehr Menschen als arbeitslos registriert gewesen.

Ein Hinweis auf die gute Lage am Arbeitsmarkt sei auch das unverändert gute Stellenangebot: Im August seien den Arbeitsagenturen rund 619 000 Stellen gemeldet worden - und damit lediglich 8000 weniger als im Juli, aber 154 000 mehr als vor einem Jahr. 186 000 offene Stellen seien allerdings staatlich oder kommunal geförderte Jobs, die meisten davon so genannte Ein-Euro-Jobs. Freie Stellen gebe es vor allem bei industrienahen Dienstleistern, dem Verlags- und Nachrichtenwesen und in den Gesundheitsberufen. Nicht überbewertet werden darf laut Weise hingegen der leichte Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl um 5000 auf 4,447 Millionen.

Als weiteren Grund für den anhaltenden Rückgang der Erwerbslosen nannte die BA-Führung die bessere Betreuung von Langzeitarbeitslosen in den Jobcentern. Dies habe immerhin dazu geführt, dass nach monatelangem, teils steilem Anstieg die Zahl der Arbeitslosengeld-II-Bezieher im August um 50 000 zurückgegangen sei. Ein Teil des Rückgangs gehe auf das Konto des ausgeweiteten Angebots von Ein-Euro-Jobs. Den Rückgang von Arbeitslosengeld-I-Empfängern bezifferte der Vorstand mit rund 376 000.

Unterschiede in Ost- und Westdeutschland

Auch die Erwerbstätigenzahlen - das statistische Spiegelbild der Arbeitslosenzahlen - weisen auf eine bislang stabile Aufwärtsentwicklung hin. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Juli um 17 000 auf 39,08 Millionen; dies sind 310 000 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der regulären Jobs mit Sozialversicherungspflicht lag nach Bundesamts-Hochrechnungen mit 26,31 Millionen um 129 000 höher als im Juni 2005. Der jahrelange Stellenabbau war im Frühjahr zum Stillstand gekommen.

Kaum verändert hat sich die Kluft zwischen dem Arbeitsmarkt im Westen und im Osten Deutschlands. Dort ist nach den BA-Zahlen bezogen auf die jeweilige Erwerbsbevölkerung die Arbeitslosigkeit nach wie vor doppelt so hoch wie in den alten Bundesländern. Bei 2 941 000 Erwerbslosen (minus 19 000) betrug die Arbeitslosenquote im Westen 8,6 Prozent. Im Osten waren im August 1 431 000 (plus 5000) Menschen und damit 16,7 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung ohne Arbeit. Leichte Rückgänge in den vergangenen Jahren gehen nach BA-Einschätzung meist auf das Konto von Abwanderungen nach Westdeutschland oder verdanken sich dem wachsenden Ost-West-Pendlerstrom.