(si) Die Gluthitze lässt auch in der Lausitz die Ozon-Messwerte drastisch steigen. Eine hohe Lufttemperatur begünstigt gemeinsam mit intensiver Sonneneinstrahlung nämlich die Bildung von Ozon. Bodennahes Ozon (O3) bildet sich vor allem durch chemische Reaktionen zwischen heißer Luft und Schadstoffen – vor allem aus Stickoxiden –, die beispielsweise durch den Straßen- oder Luftverkehr emittiert werden.

Zur Charakterisierung der Ozonbelastung dient der Wert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) als Acht-Stunden-Mittelwert.

 Die dabei gemessenen Werte lagen in dieser Woche nahezu überall in Brandenburg deutlich über diesem Referenzwert. Betroffen sind keineswegs nur die dicht besiedelten und –befahrenen größeren Städte. Auch auf dem Land werden in diesen Tagen bereits deutlich erhöhte Ozon-Werte registriert.

In Cottbus lag der maximale Acht-Stunden-Mittelwert am Dienstag bei 140μg/m3. In Spremberg und sogar an der Messstation im Spreewald wurden Werte von 138 μg/m3 registriert. Spitzenreiter am Dienstag in Brandenburg beim „Achtstundenmittelwert“ aber war mit 160 Mikrogramm/Kubikmeter das eher ländliche Neuruppin.

Schwerpunkte bei der Ozon-Konzentration bildeten am Mittwochnachmittag neben der Gegend um den Flughafen Schönefeld auch Elsterwerda, Frankfurt (Oder) und der Spreewald bei Neu Zauche, wo zeitweilige O3-Konzentrationen um 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft registriert worden sind. Damit war eine erste Informationsschwelle für die Bevölkerung erreicht.

Ozon ist ein Reizgas, das beispielsweise die Schleimhäute der Augen und der Atemwege reizt, die Lungenfunktion einschränkt und die körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Einige Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden mit dem Auftreten hoher Ozonwerte in Verbindung gebracht. Die Alarmschwelle ist erreicht, wenn Werte von mehr als 240µg/m3 (Ein-Stunden-Wert) in einer Region gemessen werden.