Künftig werden nur noch die Bundeswehreinrichtungen ab 15 Dienstposten als Standorte bezeichnet. Damit schrumpft die aktuelle Anzahl auf 341. Davon müssen 13 noch im Zuge der Reform vom Jahr 2004 dicht gemacht werden. Hinzu kommen 31 neue Schließungen und 33 Standorte, die unter 15 Dienstposten schrumpfen. Unter dem Strich bleiben nach Abschluss der Reform nur noch 264 Standorte übrig. Der Stellenbestand insgesamt sinkt um 90 000 Dienstposten, von 330 000 auf 240 000, also um fast 30 Prozent. Das neue Standortkonzept soll im Wesentlichen bis 2017 umgesetzt sein.

Es scheint, als hätten sich die Länder mit den Bundeswehr-Standortschließungen schon vor der Bekanntgabe abgefunden gehabt. Jedenfalls blieb der große Proteststurm aus. Die Länder haben trotz drohender Millionenverluste für ihre betroffenen Kommunen überwiegend mit Verständnis auf die geplante Schließung und Verkleinerung vieler Bundeswehr-Standorte reagiert. Zugleich forderten sie am Mittwoch Hilfen des Bundes, um den Kommunen beim Strukturwandel nach dem Abzug der Streitkräfte zu helfen und eine Perspektive zu geben. Der rheinland-pfälzische Regierungschef Kurt Beck (SPD) sprach von einem dreistelligen Millionenbetrag. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) will rund 120 Standorte ganz schließen oder drastisch verkleinern.