Illegale Wolfstötungen stellen nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen für Wölfe dar. Das hat der Naturschutzbund (Nabu) am Dienstag bei seiner Bilanz "15 Jahre Wolf in Deutschland" erklärt. "Solche Straftaten müssen von spezialisierten Kriminalisten verfolgt werden", fordern die Naturschützer. In jedem Bundesland solle eine Stabsstelle für Artenschutzkriminalität eingerichtet werden. Auch müssten Schutzmaßnahmen für Nutztiere gefördert werden, damit Konflikte zwischen Wölfen und Nutztierhaltern auf ein Minimum reduziert werden. "Im Jahr 15 der Rückkehr des Wolfes geht es nun darum, das Zusammenleben von Mensch und Wolf so zu gestalten, dass eine Nachbarschaft auf Dauer möglich wird", erklärte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke. "Wir müssen dem Wolf eine Chance geben und gleichzeitig den Umgang mit Wildtieren wieder lernen."

Ganz andere Stimmen waren am Dienstag vom Bauernbund zu hören, der in Potsdam tagte. "Nach unserer Meinung ist es so, dass Deutschland überhaupt keine Wölfe braucht", erklärte Kurt-Henning Klamroth, Bundesvorsitzender des Bauernbunds. Statt Schutz und Ermittlungen zu Wolfstötungen fordern die Landwirte eine Bejagung. "Es ist eine wichtige Forderung, dass der Wolf wieder ins Jagdgesetz aufgenommen werden soll", so Klamroth.

Aktuell gibt es laut Nabu bundesweit 35 Wolfsfamilien (31 Rudel und vier Paare) in den Bundesländern Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.