THEORIE:

Die Aufgabe, der sich die Cottbuser Energieoptimierer der STG GmbH und der anwendungsorientierte Studiengang Informatik der BTU in Senftenberg stellten, war eine echte Herausforderung. Denn die Optimierung des Energieverbrauchs bei modernen Glasschmelzöfen ist an eine wesentliche Prämisse gebunden: Der Schmelzprozess muss so kontrolliert werden, dass eine gleichbleibend gute Glasqualität bei möglichst geringem Energieverbrauch gewährleistet ist. Unter Leitung von Professorin Barbara Priwitzer (Foto: btu) ging es darum, ein Bildanalysesystem zu entwickeln, das die Aufnahmen aus dem Ofeninnenraum in Echtzeit erfasst und die sichtbaren Objekte klassifiziert. In Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft wurde letztlich eine innovative Software zu entwickelt, die mittels Kameraaufnahmen des Ofeninneren den Schmelzprozess beurteilen und so den Schmelzprozess steuern kann. Das neue Verfahren kommt mit weniger Energie aus und sichert dennoch die Qualität.

PRAXIS:

Bei den Energie-Optimierern der STG GmbH in Cottbus ist Cordula Treu (Foto: stg) für Forschung und Entwicklung verantwortlich. Sie hält seit Jahren den Kontakt zur heutigen BTU in Senftenberg. Dabei ist die Kooperation mit der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Informatik von Prof. Barbara Priwitzer besonders eng. Mit ihr ist auch das Projekt "Bildbasiertes Analysesystem zur Bewertung von Glasschmelzprozessen" realisiert worden, das den Energieverbrauch in modernen Glasschmelzöfen reduziert und dennoch Qualität sichert. Für ihr Projekt sind die Partner 2014 mit einem zweiten Preis beim Lausitzer WissenschaftsTransferpreis der Wirtschaftsinitiative Lausitz geehrt worden. Die Wettbewerbsjury hob hervor: "In den seltensten Fällen führt die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft zur Entwicklung völlig neuer Produkte. Mindestens ebenso bedeutsam ist die Verbesserung und Weiterentwicklung vorhandener Produkte und Prozesse. Das ist hier vorbildlich gelungen."