Im Nobelkaufhaus Harrods wurden 100 Quadratmeter gemietet, auf denen die zeitgenössischen Produkte aus Augusts des Starken Tassenladen feilgeboten werden.

Das sind längst nicht mehr die putzigen Zuckerdöschen und gepuderten Rokoko-Stehrumchen. Das sind auch nicht mehr die Zwiebelmuster-Teller für Omas Vitrine. Nein, das sind jetzt auch Kommoden und Fliesen und Sessel und Sofakissen (675 Euro) und und und. Diese Produkte können Spuren von Porzellan enthalten, müssen sie aber nicht.

Wer will, kann mittlerweile komplett in Meissener wohnen. Aber warum? Egal! Jedenfalls ist die gute alte Manufaktur mit diesem Gemischtwaren-Angebot nun auf Platz zehn der deutschen Luxusmarken im Ranking der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young geklettert. Das teilte der Geschäftsführer Christian Kurtzke kürzlich stolz mit. Der Mann trägt gern Meissener-Krawatten (140 Euro), die zwar das berühmte Schwerter-Logo tragen, aber garantiert porzellanfrei sind. Die Harrods-Dépendence ist eher klein im Vergleich zu der Niederlassung im Mode-Mekka Mailand. 2012 eröffnete hier die "Villa Meissen" mit 350 Quadratmetern Verkaufsfläche in einem Palazzo aus dem 16. Jahrhundert.

Rund eine Million Euro kostete der Showroom in der Nachbarschaft von Chanel, Prada und Dior. Die sollten sich in Acht nehmen, denn Kleider machen die Meissener jetzt auch.