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So verlockend wie fettiges Eisbein

Länderspiele gegen die Erzrivalen England und Italien, viel Schmackhafteres gibt es für deutsche Fußballfans eigentlich nicht. Und dennoch sind die beiden prestigeträchtigen Partien in diesen Tagen so verlockend wie fettiges Eisbein ausgerechnet nach dem kalorienreichen Osterwochenende.

Darauf hat man schon als Zuschauer nicht den absoluten Heißhunger - wie es den meisten Spielern geht, wurde beim 2:3 gegen die Briten deutlich. Mit "Testspielmodus" umschrieb Thomas Müller den lustlosen Kick recht treffend - die Stimmung auf den Rängen mit einbezogen. Ist Deutschland nach dem WM-Titel zu satt? Erzeugt möglichweise die Übervermarktung der als "LaMannschaft" hochsterilisierten (O-Ton Bruno Labbadia) Bundesadlerträger dieses quälende Sodbrennen? Macht Fußball nur noch Spaß, wenn es wirklich um die Wurst geht? Oder sorgt der übervolle Fußballkalender mit der wuchtigen Bundesliga-Pokal-Champions-Europa-League-Füllung und dem Zweitliga-Montagsspiel als deftiger Beilage für dieses unangenehme Völlegefühl? Mir egal, für mich steht fest: Wenn das ausgerechnet gegen die Italiener wieder nur so ein "Testspielmodus"-Menü gibt, bin ich wirklich pappesatt.

jan.lehmann@lr-online.de Sport Seite 17