Wie sehen die neuen Regelungen ab 1. Juli aus?
Von diesem Stichtag an gelten neue gesetzliche Obergrenzen. Deutsche Kunden zahlen inklusive Steuer maximal 28,6 Cent pro Minute und für die Annahme eines Anrufs 8,3 Cent. Eine SMS schlägt inklusive Steuer mit höchstens 9,5 Cent statt 10,7 Cent zu Buche. Ankommende SMS kosten den Handynutzer weiter nichts. Ab Juli 2014 sinken die Werte erneut.

Was ist neu beim Internet-Surfen im Ausland?

Anbieter dürfen maximal 45 Cent vor Steuern (statt 70 Cent) pro Megabyte Datenvolumen verlangen. Inklusive Steuern macht das 53,5 Cent (bisher 83,3 Cent). Ein Megabyte entspricht 100 Mails ohne Anhang, weniger als eine Stunde Internet-Surfen oder eine Minute Musik-Download im MP3-Format.

Wie viel Geld spart der Verbraucher konkret?

Ein Musterbeispiel: Wenn eine vierköpfige deutsche Familie eine Woche lang Urlaub am Mittelmeer macht, spart sie bei den Handy-Gebühren rund 23 Euro. Für diese Berechnung legt die EU-Kommission bestimmte Mengen an E-Mails, Surfen im Internet und Hochladen von Fotos zugrunde.

Wie sieht es beim Urlaub im neuen EU-Land Kroatien aus?

Vier Millionen Europäer machen nach EU-Angaben jedes Jahr Urlaub in Kroatien. Am 1. Juli wird das Land das 28. Mitglied in der EU. Damit werden Telefongebühren für Urlauber laut EU-Kommission bis zu 15-mal billiger.

Sollen die Auslands-Gebühren irgendwann auch ganz wegfallen?

Ja, das ist das erklärte Ziel von EU-Kommissarin Neelie Kroes. Als Termin gilt das Jahr 2015. Einen Gesetzentwurf will die Kommissarin im September präsentieren. Im Kurzmitteilungsdienst Twitter schrieb Kroes: "Lassen Sie uns mobile Roaming-Kosten ein für alle Mal loswerden."

Was ist "Roaming" überhaupt?

Das Wort "Roaming" bedeutet in etwa "umherwandern". In der Welt der Telekommunikation steht es für die Möglichkeit, auch in ausländischen Mobilfunknetzen zu telefonieren. Die Anbieter verlangen für die Weiterleitung von Gesprächen und Daten Roaming-Gebühren. Diese machen laut EU-Kommission rund vier Prozent des gesamten EU-Mobilfunkmarktes aus, etwa fünf Milliarden Euro Umsatz.

Wie ist die Lage für Verbraucher derzeit?
Wer sein Handy im Ausland nutzt, muss hohe Zusatzkosten zahlen, kritisiert die EU-Kommission und spricht von einer "Kostenfalle". Der europäische Verbraucherschutzverband Beuc bemängelt, dass Telekomfirmen jedes Mal knapp unter den Grenzen blieben - obwohl weitere Preissenkungen möglich wären.

Was kann der Handynutzer auf Reisen noch tun?
Auf den Warnhinweis achten, den er erhält, wenn beim Datenroaming eine bestimmte Kostengrenze erreicht ist. Die Handy-Mailbox sollte im Ausland ausgeschaltet oder nicht abgehört werden. Wer in der Nähe der deutschen Grenze Urlaub macht, kann eventuell ins deutsche Netz wechseln. Bei Smartphones sollte man einige Funktionen abschalten und beim Anbieter nach Paketen fürs Ausland wie etwa Tages-Flatrates fragen. Außerdem kann man im Ausland häufig kostenlose oder deutlich preiswertere WLAN-Zugänge erhalten, um E-Mails abzufragen oder im Netz zu surfen.

Und wie sieht es aus beim Telefonieren außerhalb der EU?

Für Übersee oder Asien gelten die Regeln nicht. Die EU kann ihre Gesetzgebung nämlich nicht auf außereuropäische Länder anwenden.