Manchmal tönt die Musik doch ein wenig sehr laut aus den Smartphone-Kopfhörern. Wenn dann auch noch die Texte nicht gerade jugendfrei sind, geben Rene Kilias und seine Kollegen den jungen Männern einen deutlichen Hinweis - und es herrscht wieder Ruhe im Naturfreibad in Lauchhammer. Mit der Foto- und Video-Funktion der Geräte hingegen, sagt der private Badbetreiber, gebe es keine Probleme. Es werde schon mal festgehalten, wenn der Kumpel vom Sprungturm hopst, viel mehr passiere da nicht. Daher gebe es auch keine Notwendigkeit mit Verboten zu agieren.

Lothar Ahr, der am Halbendorfer See nahe Weißwasser Campingplatz und Bad betreibt, könnte mit seinem Personal angesichts der Größe des Areals gar nicht überwachen, ob Besucher mit ihren Smartphones wild herumfotografieren oder -filmen. Offenbar passiere das aber auch nicht. "Uns sind noch keine Beschwerden zu Ohren gekommen." Der Halbendorfer schließt nicht aus, dass es manchmal Ärger geben könnte, die Besucher das dann aber unter sich klären.

In anderen Freibädern in der Lausitz scheinen Smartphones ebenfalls nicht das Problem zu sein. Frank Kulik, Fachbereichsleiter in Spremberg, kann das jedenfalls vom Erlebnisbad im Kochsagrund mit mehr als 24.000 Gästen in der Saison 2016 sowie vom kleineren Freibad Schwarze Pumpe behaupten. Andere Menschen ohne deren Einwilligung zu filmen oder zu fotografieren, müsse ein Badbetreiber schließlich nicht extra verbieten, so Kulik. Dieses Verbot gebe es längst.

Darauf weist auch Joachim Heuser von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen hin und nennt Strafgesetzbuch und Urhebergesetz. In einer Muster-Bäderordnung des Verbandes gebe es einen entsprechenden Absatz. Laut Heuser könne man derzeit nicht von einem großen Problem reden. Nur vereinzelt verbieten deutschlandweit Betreiber Gästen, Smartphones mit ins Bad zu nehmen. Eher selten sei auch die Praxis, dass Fotolinsen bei Betreten abgeklebt werden müssen. Ob sich künftig nicht vielleicht doch die Beschwerden häufen, bleibe abzuwarten. An sich sei der Markt jedoch gesättigt mit Smartphones, die mittlerweile auch wasserdicht sind. "Aber niemand weiß, ob die Selfie-Manie nicht noch größere Ausmaße annimmt."

In der Cottbuser Lagune mit rund 190.000 Gästen jährlich im Hallen- und Freibadbereich behalte man das Problem jedenfalls im Blick, sagt Ronald Kalkowski, Projektleiter Marketing. Aktuell gebe es keinen Anlass zu handeln. Smartphones dürfen weiter mitgebracht werden in die Lagune. Bei einem möglichen Smartphone-Missbrauch verlässt sich Ronald Kalkowski ganz auf aufmerksame Schwimmmeister, die dann einschreiten.