Brandenburgs Kulturministerin Johannas Wanka (CDU) zeigte sich über die von ihrem Ministerium mit 600 000 Euro geförderte Ausstellung erleichtert. „Zum ersten Mal können die bedeutsamen Funde aus den Braunkohletagebauen jetzt in einer Dauerausstellung gezeigt werden.“ Besucher können auf eine Zeitreise durch die Kulturgeschichte der Region von der Steinzeit bis zum Mittelalter gehen.

Obwohl die Ausschilderung zur Wallanlage zwischen Vetschau und Lübbenau noch immer zu wünschen übrig lässt, waren im Vorjahr bereits 20 000 Besucher gekommen. Mit der jetzt eröffneten Ausstellung erhofft sich Peter Stephan, der Chef des Fördervereins, der die Slawenburg betreibt, eine Verdopplung der Touristenzahl. Dabei spiele die Lage dieses bedeutsamen Projektes der Internationalen Bauausstellung (IBA) Pückler-Land zwischen Spreewald und Lausitzer Tagebau-Seenkette eine besondere Rolle. „Mit diesem innovativen Projekt wird der Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart geschlagen“, betonte IBA-Geschäftsführer Prof. Rolf Kuhn. Und Landesarchäologe Prof. Jürgen Kunow schätzt ein, dass die Slawenburg Raddusch das Zeug dazu habe, „bald in der Spitzenliga der deutschen Museen mitzuspielen“.

Die Ausstellung in der weitgehend originalgetreuen Kopie einer slawischen Fluchtburg, die an diesem Ort vor etwa tausend Jahren gestanden hat, präsentiert in modernem Design über 1600 Exponate. Darunter befinden sich Krüge, Geschirr, Schmuck, Bronzegegenstände und Schalen. Auch ein Portal der Kirche von Wolkenberg, die dem Tagebau Welzow-Süd weichen musste, ist ausgestellt. Zu den kostbarsten Stücken gehören eine etwa 1000 Jahre alte slawische Götterfigur aus Holz sowie 12 000 Jahre alte Geschossspitzen aus der späten Eiszeit.

Am Nachmittag trafen im Burgwall 30 Radler ein. Sie waren als erste auf dem neuen Fürst-Pückler-Rad- und Kutschweg von Cottbus zur Slawenburg gekommen.

Slawenburg im Internet: www.slawenburg-raddusch.de



Hintergrund Festwochenende
 Von heute bis zum Sonntag lädt die Slawenburg (täglich 10 bis 18 Uhr) zu einem Festwochenende ein. Dabei ist mittelalterliche Musik vom Spielmannshaufen „Fidelius“ zu hören, vor der Burg lockt eine Zeltstadt mit slawischem Handwerk, dazu werden Kremserfahrten angeboten. Am Sonntag steigt ein großes Kinderprogramm (freier Eintritt) mit Bastelstraße, Bogenschießen, Speerwerfen, „Wikingerdart“ und Steinbearbeitung.