Doch Zölle und Handelshemmnisse stehen besseren Zahlen im Weg, sagen beide Seiten, und schicken deshalb rund 150 Beamte in Mammutverhandlungen über eine Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP). Runde eins soll an diesem Montag beginnen.

Der Gesprächsauftakt steht allerdings unter keinem guten Stern. Wegen der Spähvorwürfe gegen die USA nehmen in Brüssel und in europäischen Hauptstädten Skepsis und Misstrauen zu. Zwar hat die EU letztlich an dem Starttermin festgehalten, die Union pocht aber vor allem auf Drängen Frankreichs darauf, dass Experten in der US-Hauptstadt parallel über Konsequenzen aus der Ausspähaffäre sprechen.

Ohnehin soll das erste offizielle Treffen der Delegationen eher dem vorsichtigen Abtasten dienen. Es gehe darum, die Reihenfolge zu besprechender Themen zu klären und die Termine für weitere Treffen zu erörtern, heißt es. Die Verhandlungen werden mehrere Jahre dauern. Zwei weitere Runden sollen im laufenden Jahr noch folgen. Das echte Gezerre um strittige Punkte dürfte nicht vor dem Herbst beginnen. Washington will erst noch Studien über mögliche Auswirkungen von TTIP anstellen. Nichts überstürzen, lautet die Devise auf der Westseite des Atlantiks. Dass beide Seiten den Erfolg wollen, daran kann es aber kaum Zweifel geben. Nach Angaben der Bertelsmann Stiftung ließen sich zwischen einer halben Million und zwei Millionen neuer Arbeitsplätze schaffen.

Die USA hoffen, ihre schlechte Außenhandelsbilanz weiter aufbessern zu können, die Europäer, ihre magere Konjunktur nachhaltig aufzupäppeln. Laut dem britischen Forschungsinstitut Centre for Economic Policy Research (CEPR) könnten die EU ihr Bruttoinlandsprodukt im Idealfall um 0,9 und die USA das ihre um 0,8 Prozentpunkte erhöhen. Dafür seien aber nicht nur die ohnehin niedrigen Zölle von durchschnittlich vier Prozent weiter zu senken. Es müssten vor allem die teuren Handelsbarrieren abgebaut werden. Dazu gehören etwa unterschiedliche Genehmigungsprozesse für Medikamente oder Sicherheitsstandards für Konsumprodukte und Autos.