Es war nach Angaben des Vorsitzenden Richters Udo Lechtermann verabredet, dass eine Streife den Obdachlosen aus Mecklenburg-Vorpommern abholt und nach Neuruppin bringt. Doch einem Betreuer gegenüber soll er erklärt haben, dass er vor der Schwurgerichtskammer nicht aussagen wolle. Seitdem ist unbekannt, wo sich der 32-Jährige aufhält. "Wenn es nicht anders geht, dann müssen wir ihn eben fangen", erklärte Lechtermann. Der 32-Jährige gilt als möglicher Entlastungszeuge für den wegen Mordes angeklagten 34-jährigen Ex-Freund des Opfers. Er hatte in einer Vernehmung bei der Polizei ausgesagt, dass ihm ein anderer Mann die Tat gestanden habe. Die Anklage hält ihn aber für nicht glaubwürdig. Dem Ex-Lebenspartner wird Mord aus Habgier und niederen Beweggründen vorgeworfen. Das Skelett des Opfers wurde im Juni 2015 in einem Brunnen in Schönermark (Uckermark) entdeckt.