In den Organspende-Skandal in Leipzig hat sich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Auch wenn die Hintergründe und Motive der Affäre bisher unklar sind, schließt die Führung des Uniklinikums nicht aus, dass bei den Unregelmäßigkeiten an ihrem Transplantationszentrum Geld geflossen sein könnte. Die Staatsanwaltschaft Leipzig leitete ein Verfahren ein, um eine mögliche strafrechtliche Relevanz zu prüfen.

Die externe Prüf- und Überwachungskommission kündigte für die kommende Woche einen erneuten Besuch in Leipzig an. Die Experten, die alle Zentren in Deutschland überprüfen, hatten die Unregelmäßigkeiten aufgedeckt. Der Direktor des Zentrums und zwei Oberärzte wurden beurlaubt.

"Ich kann nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass kein Geld geflossen ist", sagte Prof. Wolfgang Fleig, medizinischer Vorstand am Uniklinikum Leipzig (UKL), am Mittwoch. Soweit er die beschuldigten Ärzte und die betroffenen Patienten kenne, könne er sich eine Bestechung nicht vorstellen.

Fleig sagte, er habe im Moment keine Erklärung, warum seit 2010 insgesamt 38 Patienten fälschlicherweise als Dialyse-Fälle ausgewiesen wurden. Sie rutschten damit auf der Warteliste von Eurotransplant nach oben. Er könne auch nicht erklären, warum es in den Jahren davor keine Unregelmäßigkeiten gegeben habe.

Ähnliche Vorwürfe wie in Leipzig waren aus München, Regensburg und Göttingen bekanntgeworden. Laut Staatsanwaltschaften gibt es zwischen diesen Fällen und denen in Leipzig aber keine Verbindungen.

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