Sie soll nach einem Bericht der Chemnitzer "Freien Presse" von der Unterschlagung von Eintrittsgeldern städtischer Bäder in sechsstelliger Höhe gewusst haben, da sie von 2001 bis 2004 Dezernentin für Soziales, Sport und Kultur war.
Rathaussprecher Andreas Bochmann weist die Anschuldigungen jedoch zurück. Bei sechs Prüfberichten des Rechnungsprüfungsamtes zwischen 1998 und 2002 seien zwar Verfahrensfehler und Mängel in der Kassenführung einzelner Bäder beanstandet worden. Darum habe sich Ludwig auch gekümmert. Zu der Zeit sei aber keine Rede davon gewesen, dass tatsächlich Geld gefehlt habe, sagte Bochmann der RUNDSCHAU. Ein Fehlbetrag von 770 000 Euro bis 2002 sei erst im Februar dieses Jahres festgestellt worden. "Nach bisherigen Erkenntnissen kann eine Verantwortung der Bürgermeisterin Ludwig wegen fehlender Kontrollen ausgeschlossen werden", so der Sprecher.
Im konkreten Fall soll die Hauptkassiererin des Stadtbades über Jahre hinweg Gelder unterschlagen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Frau, die fristlos entlassen wurde. Das Stadtbad selbst sei aber in Ludwigs Amtszeit gar nicht geprüft worden, so Bochmann. Die Ministerin hatte am Montag ihre Kandidatur erklärt, sie wird im April von der SPD aufgestellt.
Spekuliert wird nun über einen Angriff aus der CDU, die mit dem Finanzdezernenten Detlef Nonnen ins Rennen geht. Er sollte gestern Abend für die Wahl nominiert werden. Nonnen wäre in seinem Amt über die Prüfungen informiert und trüge damit selbst Verantwortung für Unregelmäßigkeiten, hieß es.