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Simple Rechnung und Hoffnung auf Grillwetter

Die Rechnung ist denkbar einfach: Behrendt + Bär + Rohde + Trepte = guter Tatort. Ob die beiden ohnehin schon guten Kommissare und die bis zur kleinsten Nebenrolle hochwertig besetzte Darstellerriege auch ein schlechtes Drehbuch hätten ausgleichen können – die Frage stellt sich nicht.

Der Fall war spannend, glücklicherweise nicht allzu politisch (das können die Kölner nicht so besonders gut und geht ohnehin meistens in die Hose) und auch nicht so komplex, dass man vor lauter Irrungen und Wendungen keinen Namen mehr im Kopf behält. Nein, dieser Tatort aus Köln war ein guter. Auf lyrische Kameraführung hat man verzichtet - ist auch gut so, denn da hat der Franken-Tatort eine Woche zuvor die Messlatte ganz weit nach oben gelegt. Auch die Musik war nicht so beeindruckend wie die aus Bayern, das ist entschuldbar. Zumindest dann, wenn alles andere stimmt. Es ist schon schwer beeindruckend, wie Armin Rohde es schafft, einen skrupellosen Raubmörder zu spielen und es dabei noch hinbekommt, dass der Zuschauer ihm den liebenden und leider viel zu impulsiven Vater abnimmt. Und wenn Rohde dann noch Dietmar Bär gegenübersitzt, dann treffen sich - schon wieder - zwei der besten Darsteller des deutschen Fernsehens. Rohde hat es ja vor nicht allzu langer Zeit schon einmal geschafft, einen ohnehin tollen Tatort zu vergolden. Der Kölner Tatort war sein zweiter Streich. Und wann folgt der Dritte nun gleich?

Einziges Problem der ARD ist nun, dass sich die Zuschauer so langsam an ordentliche Krimis gewöhnen dürften und womöglich sogar Erwartungen an den Sonntagabend im Ersten stellen. Schlechte Nachricht für alle, die tatsächlich glauben, der Durchschnittstatort würde von nun an immer besser: In der kommenden Woche sind die Leipziger dran. Na, hoffentlich ist Grillwetter.