Die regionalen Aktivitäten Sachsens in der Halbleiter-, Elektronik- und Mikrosystemindustrie sollen dadurch mit den bundespolitischen Aktivitäten des Verbandes in Berlin enger verzahnt werden. Bitkom-Landessprecher Helmut Gassel verspricht sich durch die Zusammenarbeit eine Aufwertung des sächsischen Standortes.

„Wir wollen weitere Hightech-Unternehmen motivieren, nach Sachsen zu kommen“, sagte er. Auch die Bemühungen der sächsischen Hochschulen für eine Technologie-Exzellenz sollen unterstützt werden. Insbesondere der Halbleiter-Industrie in Dresden spricht Gassel strategische Bedeutung zu. Der mit Abstand bedeutendste Standort für Mikroelektronik in Europa mache es möglich, Hochleistungs-Chips selbst zu produzieren und nicht in eine Abhängigkeit von Produzenten aus anderen Ländern zu verfallen.

Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbandes Bitkom betrachten 44 Prozent der Bundesbürger Sachsen als einen wichtigen Standort für Hochtechnologie. Im Freistaat liegt dieser Wert mit 83 Prozent noch deutlich höher. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sicherte den Verbänden am Freitag die Unterstützung der Politik zu. Wichtig sei unter anderem, die benötigten Facharbeiter auszubilden. Auch für eine stärkere Förderung der Hightech-Sparte durch die Europäische Union will sich Tillich einsetzen.

Durch die Kooperationsvereinbarung haben die Mitgliedsunternehmen der Verbände künftig die Möglichkeit, auf die gegenseitigen Informationsangebote zurückzugreifen. Auch eine gemeinsame Präsentation auf der Computermesse Cebit ist angedacht. In der IT- und Telekommunikationsbranche in Sachsen sind nach Bitkom-Angaben etwa 1500 Unternehmen mit 48 000 Beschäftigten aktiv. Der Jahresumsatz lag 2010 bei 8,7 Milliarden Euro. Weltweit gehört die Halbleiter-Industrie in Dresden zu den fünf wichtigsten Produktionsstätten. Jeder zweite in Europa produzierte Chip stammt aus der sächsischen Landeshauptstadt.