Oppositionsführer Nawaz Sharif beendete daraufhin einen "langen Marsch", der am Montag in Islamabad mit einem unbefristeten Sitzstreik hätte enden sollen. Knapp ein Jahr nach ihrem Amtsantritt erfüllt die Regierung mit der Wiedereinsetzung Chaudhrys und anderer zuvor entlassener Richter die zentrale Forderung Sharifs, gegen die sich dessen Erzrivale, Präsident Asif Ali Zardari, erbittert gewehrt hatte. "Meine lieben Landsleute, in diesem kritischen Augenblick wiederholen wir unser Versprechen, eine Politik der Versöhnung zu fördern", sagte Gilani. Er kündigte zudem an, die Entscheidung des Obersten Gerichts, nach der Nawaz Sharif und seinem Bruder Shahbaz Sharif wegen Vorstrafen die Übernahme politischer Ämter untersagt ist, solle überprüft werden. Die Regierung werde einen entsprechenden Antrag einreichen. Shahbaz Sharif war bis zu dem Urteil vor knapp drei Wochen Ministerpräsident der Provinz Punjab. Nawaz Sharif betonte: "Wir haben gesagt, dass wir die unabhängige Justiz wieder herstellen würden, und durch Gottes Gnade haben wir das erreicht." Gilani kündigte die Freilassung von mehr als 1500 Regierungsgegnern an, die die Polizei bei dem "langen Marsch" zur Wiedereinsetzung Chaudhrys festgenommen hatte. Die Regierung hob außerdem das Versammlungsverbot auf, mit dem sie erfolglos versucht hatte, den Protestmarsch zu verhindern. In zahlreichen Städten kam es zu Freudenfeiern auf den Straßen. Vor Chaudhrys Residenz in Islamabad versammelten sich mehr als 1500 Menschen, die den Richter in Sprechchören feierten. Die US-Regierung begrüßte die Wiedereinsetzung Chaudhrys. In einer Mitteilung der amerikanischen Botschaft in Islamabad war von einer staatsmännischen Entscheidung die Rede, die der Entspannung des innenpolitischen Klimas und der nationalen Versöhnung diene. dpa/roe