Uwe K. war aufgrund einer formalen Gesetzeslücke nach elf Jahren aus der Justizvollzugsanstalt entlassen worden, obwohl er weiterhin als gefährlich eingestuft wird. Brandenburgs Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg nannte den Mann eine "tickende Zeitbombe". Der Fall hatte für Aufsehen und zu einem heftigen Streit zwischen Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) und dem Land geführt.
Die jetzige Verlängerung war notwendig geworden, weil das forensische Sachverständigengutachten, auf dessen Grundlage dann über eine dauerhafte Unterbringung von Uwe K. entschieden werden soll, noch nicht fertig ist. Uwe K. müsse dafür weiter untersucht und beobachtet werden, so das Amtsgericht, das damit einer Bitte des Gutachters folgte.
Der heute 42-Jährige hatte von 1992 bis 1995 neun Mädchen im Alter von zehn bis 15 Jahren sexuell missbraucht und vergewaltigt. Trotz seiner Gefährlichkeit war Uwe K. Ende Januar regulär - ohne Wissen von Polizei und Justizministerium - aus der Haft entlassen worden. Ursache ist besagte Gesetzeslücke, die das Bundesjustizministerium bis zum Sommer schließen will: In Ostdeutschland darf bislang keine "nachträgliche Sicherungsverwahrung" für Sexualstraftäter verfügt werden.
Maßgeblich für eine langfristige Einweisung wird sein, ob Uwe K. krank ist. Der externe Sachverständige hat dem Vernehmen nach bereits signalisiert, dass sich die Diagnose des Amtsarztes der Stadt und des Einweisungsarztes der Brandenburger Klinik, die eine "psychosexuelle Fehlentwicklung" und eine "dissoziale Persönlichkeitsstörung" feststellten, erhärtet. Daher sei weiter von einer Gefährlichkeit von K. "insbesondere für junge Mädchen" auszugehen, hieß es.