Es konnte ihm jedoch keine Schuld nachgewiesen werden."Der Gerichtshof befindet Sie, Milan Milutinovic, für unschuldig", sagte der Richter Iain Bonomy - und ordnete die Freilassung Milutinovics an. Die Klagevertretung hatte Milutinovic und den anderen Angeklagten neben der Vertreibung von 800 000 Zivilisten vorgeworfen, im Jahr 1999 eine "systematische Kampagne von Terror und Gewalt" in der ehemaligen serbischen Provinz Kosovo gestartet zu haben, bei der Hunderte albanische Zivilisten getötet wurden. Der 66-jährige Milutinovic, der von 1997 bis 2002 serbischer Präsident gewesen war, galt als treuer Anhänger des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic. Milutinovic hatte sich 2003 freiwillig dem Tribunal gestellt und stets seine Unschuld beteuert. Seinen Angaben zufolge hatte nicht er den Oberbefehl über das Militär und die Polizei inne, sondern Milosevic. Die Richter schlossen sich dieser Auffassung an. "Die Kammer ist zu der Ansicht gekommen, dass Milutinovic als serbischer Präsident keine direkte Kontrolle hatte", urteilten sie. Praktisch habe Milosevic das Kommando geführt. Dieser war 2006 während seines Prozesses gestorben. Ein weiterer angeklagter serbischer Polizeioffizier, Vlajko Stojiljkovic, hatte 2002 noch vor seinem Prozess Selbstmord verübt. Die ersten vom UN-Tribunal wegen Kriegsverbrechen im Kosovo verurteilten Serben sind damit die fünf Mitangeklagten Milutinovics im Alter zwischen 53 und 67 Jahren. Sie wurden schuldig gesprochen, eine "Gewaltkampagne gegen die albanische Zivilbevölkerung" geführt zu haben. Der frühere jugoslawische Vize-Ministerpräsident Nikola Sainovic, der ehemalige Generalstabschef Nebojsa Pavkovic und der Ex-Polizeichef im Kosovo, Sreten Lukic, wurden zu je 22 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah sie des Mordes, der Deportation, der Zwangsumsiedlung und der Verfolgung sowie der Kriegsverbrechen und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig. Ex-Verteidigungsminister Dragoljub Ojdanic und General Vladimir Lazarevic erhielten wegen Deportationen und Vertreibung Haftstrafen von jeweils 15 Jahren. Die Jahre, die die Verurteilten bereits im Gefängnis verbracht hatten, sollen ihnen angerechnet werden. AFP/uf