„Zu rechnen ist mit deutlichen Renteneinbußen“ , sagte die Vorsitzende des brandenburgischen Seniorenrates, Sieglinde Heppener. „Das Risiko von Armut im Alter wird erheblich zunehmen.“
Gegenwärtig gehe es den meisten Senioren finanziell recht gut. „Die durchschnittliche monatliche Rente liegt in Brandenburg bei etwa 1000 Euro“ , sagte die 71-jährige Heppener. „Nur ein verschwindend geringer Anteil der über 60-Jährigen ist heute auf Sozialhilfe angewiesen.“

Ursache Jobverlust
Schuld an der in einigen Jahren bevorstehenden Verschlechterung sei der Verlust zahlreicher Jobs nach der Wende. Viele Menschen hätten danach keine reguläre Arbeit mehr gefunden. Entsprechend niedrig seien darum deren Beiträge in die Rentenkasse. „Aber auch die Arbeitsmarktreform Hartz IV wird sich negativ auf das künftige Altersgeld auswirken“ , ist Heppener überzeugt. „Die meisten Empfänger des Arbeitslosengeldes II können nur mit einer Rente auf Armutsniveau rechnen.“
Heppener zog im vergangenen Oktober als Abgeordnete in den Landtag ein und ist seither seniorenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Der Seniorenrat habe sich bereits vor zwei Jahren bei der Landesregierung für einen Landesaltenplan stark gemacht. Inzwischen seien die Leitlinien für das Programm „Alt werden in Brandenburg“ erarbeitet. „Bereits im Herbst wird das Kabinett die Leitlinien beschließen“ , sagte Heppener.

Älter werdende Bevölkerung
Das Land müsse sich jetzt besonders auf den demographischen Wandel mit einer immer älter werdenden Bevölkerung einstellen. Gegenwärtig machen die Senioren einen Anteil von 17 Prozent an Brandenburgs Bevölkerung aus, 2020 seien es bereits 25 Prozent. Die alten Menschen dürften in den sich leerenden ländlichen Räumen nicht allein gelassen werden. Das betreffe vor allem die ärztliche Versorgung und den öffentlichen Nahverkehr. Außerdem müsse Vorsorge für die drastisch zunehmende Zahl von Pflegebedürftigen getroffen werden.
„In der Öffentlichkeit wird immer noch häufig ein völlig falsches Bild von der älteren Generation gezeichnet“ , kritisierte Heppener. Danach seien Menschen über 60 alt, arm, krank und oft verwirrt. Mit wachsender Lebenserwartung könnten die Alten mehr für die Gesellschaft tun. (dpa/cd)