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Senftenberg will Cottbus ausbooten

Der brandenburgische Innenminister Karl-Heinz Schröter. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv
Der brandenburgische Innenminister Karl-Heinz Schröter. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv
Cottbus. Für die neuen "Hauptstädte" in Brandenburgs Kreisreform sollen sich die Städte laut Innenminister bewerben. Senftenberg hat sich als Kreissitz für einen Lausitzkreis schon in Position gebracht. Cottbus ist blockiert, denn es kämpft weiter um seine Kreisfreiheit. Christian Taubert

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter sorgt mit einem neuen Vorschlag zur Kreisreform ab 2019 für Aufregung . Der SPD-Politiker hat vorgeschlagen, dass sich Städte mit Ambitionen für einen Kreissitz beim Innenministerium förmlich bewerben sollen. Für die kreisfreien Städte Cottbus, Brandenburg/Havel und Frankfurt (Oder) kommt diese Aufforderung einer politischen Erpressung gleich.

"Der Innenminister demütigt die drei Städte", erklärt die Cottbuser SPD-Landtagsabgeordnete Kerstin Kircheis vor dem Hintergrund, dass die drei Städte weiter um ihre Kreisfreiheit kämpfen wollen und eine Bewerbung einem Einlenken gleichkäme. Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) fügt hinzu: "Als kreisfreie Stadt kann Cottbus keine Kreisstadt werden. Die Landesregierung weiß nicht, um welche Kreisgebilde es sich künftig handeln wird, insofern wäre es unseriös, sich ‚ins Blaue' um ‚irgendetwas' zu bewerben, was nicht existiert."

Dagegen mahnt der Cottbuser Linke-Landtagsabgeordnete Matthias Loehr, dass Cottbus nicht alles auf eine Karte setzen sollte. Die Stadt müsse die politische Realität zur Kenntnis nehmen "und sagen, was sie auf dieser Grundlage will".

Unterdessen kann sich Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) die Stadt gut als Kreissitz eines Lausitzkreises vorstellen. Die zentrale Lage, Theater, Universität oder Seenland sprächen dafür. OB Kelch sagt: "Eine Kreisstadt Senftenberg würde voraussetzen, dass Cottbus kreisfrei bleibt."