Das Apartheid-Regime hatte ihm das geräumige Wärterhäuschen des Victor-Verster-Gefängnisses nahe Kapstadt überlassen, denn es führte über mehrere Jahre Geheimgespräche mit dem berühmtesten Häftling der Welt, bevor das Ende der Apartheid offiziell eingeläutet wurde. Mit der Ankündigung des damaligen Präsidenten Frederik de Klerk vom 2. Februar 1990, alle politischen Gefangenen und somit auch Mandela freizulassen, Parteiverbote aufzuheben und die Gesetze der systematischen Rassentrennung abzuschaffen, begann das Ende des Apartheid-Systems. Doch die politische Gewalt war damit noch nicht zu Ende, bis zu den ersten freien Wahlen 1994 glaubten viele kaum an einen friedlichen Übergang. Doch Mandela wurde zum Vorkämpfer für Verständigung und zum Symbol der nationalen Versöhnung. Fünf Jahre lang führte Mandela die Geschicke seines Landes - eine Zeit, in der die Reformen für die Schwarzen nicht schnell genug gehen konnten und die Weißen voller Misstrauen ihre alten Privilegien schwinden sahen. Im Juni 1999 gab Mandela das Präsidentenamt an seinen Nachfolger Thabo Mbeki ab. Inzwischen ist es still um ihn geworden. Madiba, wie Mandela in seiner Heimat liebevoll gerufen wird, ist mit 91 Jahren und nach einem bewegten Leben ein gebrechlicher Mann. Mit seiner dritten Frau Graça Machel lebt er zurückgezogen. Doch vergangene Woche lud er anlässlich seiner Haftentlassung vor 20 Jahren Weggefährten von früher zum Abendessen ein. Mit dabei war nicht nur seine Ex-Frau Winnie Madikizela-Mandela, sondern auch Christo Brand, sein früherer Wärter von der Gefängnisinsel Robben Island. Mit ihm freundete sich Mandela während seiner langen Haft an.