Jahrhundert hinein war das anders.

Der Zeitpunkt, wenn die Sonne mittags ihren höchsten Stand erreicht, ist abhängig von der geografischen Lage. An verschiedenen Orten des Deutschen Reiches gingen die Uhren also jeweils ein wenig anders. "Das wurde erst als störend empfunden, als mit Telegrafie und Eisenbahn diese Unterschiede augenfällig wurden", erklärt Andreas Bauch von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig (Niedersachsen).

Auch anderswo konnte es zu Problemen kommen: "In den USA gab es eine Zeit lang wohl circa 48 Eisenbahnzeiten, jede Gesellschaft nutzte die Zeit am Heimatbahnhof als Referenz."

1884 wurde auf einer Konferenz in Washington festgelegt, "dass der Nullmeridian durch das Observatorium von Greenwich bei London verläuft und dass die Erde in Zeitzonen zu 15 Grad geografischer Länge eingeteilt wird, deren Zeiten sich dann um jeweils eine Stunde unterscheiden".

Insgesamt gibt es 24 verschiedene Zeitzonen. Vor 120 Jahren, am 1. April 1893, trat im Deutschen Reich ein Gesetz in Kraft: Die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) als Einheitszeit löste die unterschiedlichen Ortszeiten ab. Der Referenzmeridian für Deutschland ist der 15. Meridian Ost. Er verläuft auch durch Görlitz in Sachsen.

Die MEZ gilt ebenfalls in einigen afrikanischen Staaten. Wenn am 31. März die Uhren umgestellt werden und die Nacht eine Stunde kürzer wird, spricht man von Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ).