Aus der Firma seiner Eltern machte er den größten Hersteller von Säuglingsnahrung in Deutschland. Heute feiert Hipp seinen 75. Geburtstag.

Vom Ruhestand ist der Vater von fünf Kindern aber weit entfernt. Jeden Tag kommt er in sein Büro im oberbayerischen Pfaffenhofen, um die Geschicke des Familienunternehmens mit zu steuern. Daneben widmet sich Hipp mit großer Leidenschaft der Malerei. Seine Bilder, die er mit seinem Taufnamen Nikolaus Hipp zeichnet, erzielen bei Kennern hohe Preise.

Der Tag beginnt für Hipp immer noch frühmorgens vor sechs Uhr. Sein erster Weg führt den bekennenden Katholiken in die Kirche. Auf dem Weg in sein Büro schließt er die idyllisch auf einer Anhöhe gelegene Wallfahrtskapelle Herrenrast für Besucher auf, die er vor langer Zeit restaurieren ließ.

Seinen 75. möchte er in der Firma feiern und die rund 1000 Beschäftigten in Pfaffenhofen zu einem Mittagessen einladen. Den Abend will er im wachsenden Kreis der Familie verbringen: Zu seinen fünf Kindern sind inzwischen elf Enkel gekommen. In die Firma seiner Eltern war Hipp nach einem BWL-Studium im Jahr 1963 eingetreten. Von Anfang an setzte er auf den Bio-Anbau von Obst und Gemüse und wurde damit von vielen Landwirten als Außenseiter belächelt. Heute arbeitet Hipp mit 6000 Bio-Bauern zusammen, deren Arbeit das Unternehmen regelmäßig kontrolliert. "Dafür stehe ich mit meinem Namen", wirbt Hipp seit Jahrzehnten.

Obwohl Hipp im Vergleich zur Konkurrenz deutlich teurer ist, rückte die Firma mit einem Anteil von mehr als 60 Prozent bei Babykost im Glas zum Marktführer in Deutschland auf. Weltweit erzielte das Unternehmen 2012 rund 600 Millionen Euro Umsatz. Einen Teil davon steuern auch Erwachsene bei: Rund ein Viertel der Gläschen werden von "Großen" gegegessen. Einer davon ist Hipp selbst: "In meinem Auto habe ich immer Aprikosen-Gläschen für unter wegs."