| 02:39 Uhr

Seehofers Zukunft nach Wahlpleite der CSU vertagt

Horst Seehofer setzte sich gegen innerparteiliche Kritiker zur Wehr.
Horst Seehofer setzte sich gegen innerparteiliche Kritiker zur Wehr. FOTO: dpa
München. Die CSU hat eine Entscheidung über die Zukunft von Parteichef Horst Seehofer bis zum Parteitag Mitte November vertagt. Auch die CSU-Landtagsfraktion in München gab Seehofer am Mittwoch Rückendeckung für die anstehenden Koalitionsverhandlungen in Berlin. dpa/uf

Die Personaldebatte soll nun erst auf dem Parteitag geführt werden.

Seehofer äußerte sich zufrieden. "Ich bin auch froh, dass man, was den Parteivorsitz angeht, Einverständnis geäußert hat, dass diese Frage auf dem Parteitag entschieden wird, wo ohnehin Neuwahlen anstehen", sagte er nach der viereinhalbstündigen Sitzung der Landtagsfraktion.

Die CSU war bei der Bundestagswahl am Sonntag um 10,5 Punkte auf 38,8 Prozent abgestürzt. Aus der Fraktion, aber auch von verschiedenen Kreis- und Ortsverbänden waren nach der historischen CSU-Schlappe Rücktrittsforderungen an Seehofer laut geworden.

CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer mahnte, es gehe nun darum, alle Kraft auf die Verhandlungen in Berlin zu konzentrieren. Und Personalfragen seien traditionell auf Parteitagen zu klären.

Parteichef Horst Seehofer hatte zuvor am Mittwoch im parteiinternen Machtkampf zum Gegenangriff auf seine Kritiker angesetzt. Gleich zu Beginn einer nicht öffentlichen Sitzung der CSU-Landtagsfraktion attackierte er insbesondere die Abgeordneten und Regierungsmitglieder, die die Personaldebatte ins Rollen gebracht hatten, wie übereinstimmend aus Teilnehmerkreisen in München verlautete. Die CSU setze sich damit der Lächerlichkeit aus, sagte der Ministerpräsident. So könne es nicht weitergehen - die Personaldebatte gehöre auf den Parteitag. Die CSU befinde sich am Scheideweg - nämlich ob sie regierungsfähig bleibe. Seehofer habe langen und starken Applaus für seine Worte erhalten, hieß es weiter aus Teilnehmerkreisen.