Er verlangte ein Vier-Augen-Gespräch mit CDU-Chefin Merkel. Seehofer lobte Guttenberg als einen der “genialsten Köpfe„ der CSU und kann ihn sich als Nachfolger vorstellen. Seehofer warnte die CDU am Donnerstag vor weiterer Kritik. “Wir müssen sicherstellen, dass das (...) auch in Zukunft unterbleibt„, sagte er in Berlin.

“Dass man einem Kollegen aus den eigenen Reihen, der in Bedrängnis ist und in Schwierigkeiten ist, auch Solidarität in der Öffentlichkeit und auch persönlich zukommen lässt, das glaube ich, sollte unbestritten sein in einer politischen Familie.„ Dies sei eine Sache zwischen Merkel und ihm.

Lammert soll die Plagiatsaffäre und den Umgang der Politik damit als “Sargnagel„ für das Vertrauen in die Demokratie bezeichnet haben. Schavan hatte gesagt, sie halte Guttenbergs Vorgehen bei seiner Doktorarbeit nicht für eine Lappalie und schäme sich als Wissenschaftlerin “nicht nur heimlich„. Mit Unverständnis auf diese Äußerungen reagierte die FDP. “Die Kritik umzukehren von Karl-Theodor zu Guttenberg in Richtung von beispielsweise Frau Schavan (...), das halte ich doch für - um es vorsichtig auszudrücken - für gewagt„, sagte FDP-Generalsekretär Christian Lindner im Deutschlandfunk.

Derweil sind die neuen Minister für Verteidigung und Inneres, Thomas de Maizière (CDU) und Hans-Peter Friedrich (CSU), am Mittwoch offiziell in ihre Ämter eingeführt worden. dpa/uf

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Die Staatsanwaltschaft Hof sieht bei Karl-Theodor zu Guttenberg den Anfangsverdacht einer Straftat als gegeben an. Deshalb solle nun gegen ihn ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden, so ein Sprecher der Behörde am Donnerstag. Zudem wird die Universitätskommission zur Untersuchung der Plagiatsvorwürfe seine Doktorarbeit nach einem “Stern„-Bericht vom Donnerstag als Täuschung einstufen.