Staatsanwaltschaft Potsdam am Mittwoch auf Nachfrage der Deutschen Presseagentur mit.

Gegen den 58-Jährigen wird wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs und der Freiheitsberaubung der Sechsjährigen ermittelt. Er sitzt in Untersuchungshaft und schweigt bislang zu den Vorwürfen. „Wir warten auf die Akten und werden uns erst dann äußern“, sagte Rechtsanwalt Thomas Arndt, der den 58-Jährigen vertritt, am Mittwoch. Weitere Angaben wollte er nicht machen.

Sechsjährige konnte flüchten

Medienberichte, wonach sich das Mädchen selbst befreit haben soll, bestätigte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch. „Das Mädchen konnte aus der Wohnung flüchten“, sagte die Sprecherin. Nach einem Bericht der „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ (Mittwoch) habe die Tür der Wohnung offen gestanden.

Demnach fanden die Beamten den 58-Jährigen schlafend in der Wohnung. Die Behörde bestätigte dies nicht. Auch nicht, dass der 58-Jährige bei der Festnahme betrunken gewesen sein soll (1,8 Promille), wie die „Bild“-Zeitung berichtete. Dafür, dass sich das Mädchen und der 58-Jährige gekannt haben, lagen zunächst keine Anhaltspunkte vor, wie die Sprecherin sagte.

Dass sich die Sechsjährige selbst aus den Fängen ihres mutmaßlichen Peinigers befreien konnte, sei nicht selbstverständlich, sagte die Leiterin des Sozial-Therapeutisches Instituts Berlin-Brandenburg (STIBB), Annelie Dunand, am Mittwoch. „Das war sehr mutig.“ Das Mädchen sei ein Vorbild für andere Kinder.

Es sei wichtig, mit Kindern so früh wie möglich altersgerechte Handlungsschritte zu trainieren und ihre Selbstbestimmung zu stärken, sagte Dunand. „Wenn dich einer ärgert, geh zur Erzieherin oder deinen Eltern.“ Kinder sollten lernen auf ihr Bauchgefühl zu hören und sich nicht scheuen, aus Situationen rauszugehen, wenn ihnen etwas komisch vorkomme.

Vorwurf: Entführt und missbraucht

Das Amtsgericht Potsdam hatte am Montagnachmittag gegen den 58-Jährigen Haftbefehl erlassen. Der Vorwurf: Er soll die Sechsjährige, die am Samstag in einem Möbelhaus in Potsdam verschwunden war, entführt und sexuell missbraucht haben.

Der Vater hatte die Tochter noch im Fahrstuhl gesehen. Anschließend war sie 22 Stunden lang verschwunden. Am Sonntag wurde das Kind weinend auf einem Gehweg im Potsdamer Ortsteil Drewitz gefunden, wo sich auch das Möbelhaus befindet.