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Sechs. Setzen.

Hätte man den Herrn Ingenieur nicht einfach erschießen können? Stattdessen schleust sich ein Auftragskiller mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung Monate zuvor in eine Gruppe tollpatschiger Osterhasen ein, tut so, als wolle er die Welt vor scheinheiligen Wohltätern retten, plant dann eine große Geiselnahme . .

. Und das alles nur, um den vermeintlichen Whistleblower auszuschalten? Wenn die Bösewichter von der Waffenlobby es sogar schaffen, einen von ihren Leuten beim Mobilen Einsatzkommando unterzubringen, dann wäre es vermutlich kein großes Problem gewesen, ganz einfach einen Scharfschützen zu ordern, der den "Verräter" ohne großen Aufwand zur Strecke bringt.

Eine Unverschämtheit war es übrigens, dass man sich für diesen Kaugummi-Tatort der Kostüme aus dem Film "Donnie Darko" bemächtigt hat. Nicht nur, dass fette Osterhasenanzüge für Geiselnehmer vermutlich nicht besonders praktisch sind, nein, jede Parallele zwischen Donnie Darko und diesem Tatort ist eine Beleidigung für einen wirklich guten Hollywood-Streifen. Das haben die Darko-Macher wirklich nicht verdient.

Und weil Ostern war, durfte sich Kommissar Falke auch 90 Minuten lang ausruhen. So wirklich aktiv war der sonst so draufgängerische Ermittler diesmal nicht. Stattdessen hat er SMS an seine Kollegin geschrieben, die - und das war wirklich beeindruckend - auch als in Lebensgefahr schwebende Geisel noch auf korrekte Rechtschreibung und Zeichensetzung achten kann.

Weil eineinhalb Stunden Langeweile dann doch plötzlich ganz schnell um waren, durfte Falke den Bösewicht in MEK-Montur dann noch erschießen. Die schusssichere Weste, die der Böse anhatte, war wahrscheinlich im Sonderangebot. War halt nur ein bisschen durchlässig. Falke: Sechs. Setzen.