Und als einfaches, sogar nur stellvertretendes Mitglied gehört er dem Innenausschuss des Landesparlaments an. Matthias Platzeck, ein einfacher Abgeordneter? Fast. Denn bei den Brandenburgern ist der frühere Ministerpräsident nach wie vor beliebt. Waschkörbeweise bekommt er Post. Noch immer erhält er Personenschutz. Und als einer von nur wenigen Landtagsabgeordneten hat er ein Büro mit Vorzimmer.

Andere Parlamentarier leben da bescheidener, teilen sich zu zweit oder sogar dritt ein Büro im Landtag. Doch was das politische Potsdam in diesen Tagen besonders bewegt, ist der Plan der Landesregierung, Platzeck für einen begrenzten Zeitraum eine Mitarbeiterin sowie einen Dienstwagen zur Verfügung zu stellen. "Matthias Platzeck gehört noch zahlreichen Gremien an, in die er im Auftrag des Landes gewählt wurde", erklärt Regierungssprecher Thomas Braune. Diese Mitgliedschaften seien mit dem Rücktritt nicht erloschen - und würden nach Auskunft der Staatskanzlei auch nicht erlöschen, wenn etwa am letzten Sonntag eine Landtagswahl gewesen wäre, und der neue Ministerpräsident nun Michael Schierack (CDU) hieße. Weswegen die Ausstattung ehemaliger Ministerpräsidenten nun per Landesgesetz geregelt werden soll: Denn da Manfred Stolpe einst in ein Bundesministerium wechselte und die verbliebenen Brandenburg-Angelegenheiten mit seinem dortigen Stab regelte, trat ein solcher Bedarf im Land nie ein.

So sachlich richtig diese Neuregelung ist - natürlich hat sie ein Geschmäckle. Denn sie kommt zu spät. Hätte das Parlament vor fünf Jahren eine entsprechende Regelung beschlossen, hätte sie niemanden aufgeregt. Nun aber soll Platzeck die zeitlich begrenzte Unterstützung genau in einer Zeit erhalten, in der ein Wahlkampf vor der Tür steht. Wäre er ganz normal abgewählt worden, würde dieser Fall nie eintreten: Die zeitliche Begrenzung von Mitarbeiterin und Dienstwagen wäre vor der nächsten Landtagswahl längst abgelaufen. Denn im Wahlkampf spielt es eben schon eine Rolle, wo und wie der ehemalige Ministerpräsident Matthias Platzeck für die SPD auftritt. Mit einer besseren Ausstattung wird er mehr Termine absolvieren können - ganz unabhängig davon, ob er dann tatsächlich im Dienstwagen oder in seinem privaten Auto zu einem Auftritt fährt. Aber scheinbar ist es in Brandenburg genau so schwer, Ministerpräsident zu werden, wie das Amt durch Rücktritt zu verlassen . . .