Wie die Polizei mitteilt, war auf der A 4 Görlitz Richtung Dresden zwischen den Anschlussstellen Ohorn und Pulsnitz ein unter Drogeneinfluss stehender 27-Jähriger mit seinem BMW nahezu ungebremst auf das Heck einer vorausfahrenden Mercedes C-Klasse aufgefahren. Durch die Wucht des Aufpralls wurden beide Autos nach rechts von der Fahrbahn geschleudert, durchbrachen einen Wildzaun und kamen außerhalb der Autobahn in einem Dickicht zum Stillstand. Der Unfallverursacher sowie der 48 Jahre alte Fahrer des Mercedes und dessen fünf Jahre jüngere Beifahrerin wurden schwer verletzt. Sie kamen zur Versorgung in unterschiedliche Krankenhäuser. Der Sachschaden bezifferte sich nach ersten Schätzungen auf rund 50.000 Euro. Beide Autos wurden abgeschleppt.

Bei dem Rettungseinsatz kamen die Freiwilligen Feuerwehren aus Ohorn, Pulsnitz und Großröhrsdorf mit rund 30 Kameraden sowie das Technische Hilfswerk und die Autobahnmeisterei zum Einsatz. Die BAB 4 wurde in Fahrtrichtung Dresden an der Anschlussstelle Ohorn voll gesperrt. Der nächtliche Urlaubsrückreise- und Berufspendlerverkehr, zumeist aus Polen, wurde über Nebenstraßen zur Anschlussstelle Pulsnitz umgeleitet.

Während die Einsatzkräfte und Sanitäter die schwer verletzten Personen aus ihren Fahrzeugen befreiten, äußerte der Mercedes-Fahrer, dass er nicht genau wisse, wie viele Personen in seinem Auto gesessen hatten. Da auch nach weiteren Ermittlungen unter Einbeziehung der Polizei in der rheinland-pfälzischen Heimat der verunglückten Familie nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich möglicherweise weitere Personen in dem Pkw befanden und die Unfallstelle unbemerkt verlassen haben, begann eine groß angelegte Suche mit der Rettungshundestaffel Sachsen-Ost e.V. und einem Hubschrauber der Bundespolizei. Sie suchten den Bereich an der Unfallstelle und die nähere Umgebung ab. Der Hubschrauber kreiste dabei nahe der Gemeinde Ohorn. Eine weitere, möglicherweise verletzte Person, trafen die Retter jedoch nicht an.

Die Fahrtrichtung Dresden der BAB 4 wurde gegen 4 Uhr teilweise wieder freigegeben. Aufgrund des Unfalls und der Einsatzmaßnahmen staute sich der Verkehr etliche Kilometer bis zum Burkauer Berg zurück.

Der Verkehrsunfalldienst der Polizeidirektion führt nun die weiteren Ermittlungen. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft veranlassten Polizisten eine Blutentnahme bei dem 27-jährigen Unfallverursacher und behielten dessen Führerschein ein. Die weiteren Ermittlungen werden zum Vorwurf der Gefährdung des Straßenverkehrs geführt.