D er Bestand des Feldhasen (Lepus europaeus) in Brandenburg wird auf etwa 90 000 Tiere geschätzt, wie Axel Heinzel-Berndt vom Umweltverband BUND mitteilte. Diese Zahl spiegele einen starken Bestandsrückgang wider. Deshalb finde sich der Feldhase auf der Roten Liste in der Kategorie 2 - das Tier gilt somit als stark gefährdet. "Stabil, aber immer noch auf vergleichsweise geringem Niveau", charakterisiert das brandenburgische Umweltministerium die Hasenpopulation. Der Landesjagdverband geht nach regelmäßigen Zählungen von durchschnittlich fünf Hasen pro Quadratkilometer aus, wie Geschäftsführer Bernd Möller sagte .

Ä hnlich ist die Situation in Sachsen. Auch im Freistaat finden sich nach Statistiken des Landesjagdverbandes durchschnittlich knapp fünf Feldhasen pro Quadratkilometer. Sie gelten also auch dort als stark gefährdet. Die Population wird auf etwas über 60 000 Tier geschätzt. Bundesweit sollen rund vier Millionen Hasen durch Feld und Flur hoppeln.

Am gefährlichsten für die Tiere ist neben dem Straßenverkehr, dem zum Beispiel in Sachsen pro Jahr etwa 700 Tiere zum Opfer fallen,die moderne Landwirtschaft, wie das Landwirtschaftsministerium in Potsdam einräumt. Intensiv bewirtschaftete Felder berauben den Hasen seiner wichtigen Verstecke und einer artenreichen Pflanzennahrung. "Dem Hasen fehlt seine Apotheke", sagte Möller und verwies darauf, dass die Tiere für ein gesundes Leben viele Wildkräuter bräuchten. Diese fänden sie aber an bereinigten und begradigten Feldern nicht mehr. Diese "ausgeräumte Agrarlandschaft - wo es keine Streifen mit Gras und Büschen an den Feld- und Wegrändern gibt - bietet den Tieren nicht genügend abwechslungsreiches Futter", beklagt auch der sächsische Landesjagdverband.

Außerdem werden viele Tiere durch landwirtschaftliche Großmaschinen und den Gebrauch von Gülle und Bioziden getötet. Als besonders gefährlich für Hasenfamilien bezeichnete Möller die bei der Ernte eingesetzten schnell laufenden und breiten Mähwerke. "Da hat Meister Lampe keine Chance."

Die Jagd hingegen ist kein Problem für den Hasen. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Potsdam wird der Feldhase nur "zurückhaltend" gejagt. So seien 2010/11 rund 3200 Hasen zur Strecke gebracht worden, davon waren aber die meisten von Unfällen im Straßenverkehr betroffen. In Sachsen wurden etwas mehr als 800 Hasen zur Strecke gebracht. Zu den natürlichen Feinden des Feldhasen, der im Lauf bis zu 70 Stundenkilometer schnell werden kann, gehören Füchse und Greifvögel. Vor diesen verstecken sie sich vornehmlich in ihren kleinen flachen Mulden, auch Sassen genannt. Helfen würde den Feldhasen nach Überzeugung von Axel Heinzel-Berndt die Schaffung von mehr Brachlandschaften, da sie dort ungestört von externen Einflüssen leben und sich vermehren könnten. "Auch der Ökolandbau kommt dem Hasen zugute, sagte Heinzel-Berndt. Untersucht werden muss nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums noch, wie der vermehrte Energiepflanzenanbau, beispielsweise von Mais, das Hasen-Leben beeinflusst.

Gerade bei Spaziergängen an den Ostertagen halten Kinder vermehrt Ausschau nach dem Osterhasen. Dabei wird der Feldhase dann auch gern mal mit dem Kaninchen verwechselt. An einfachen Merkmalen sind sie aber zu unterscheiden: Der Feldhase hat große Löffel mit schwarzen Spitzen, im Gegensatz zum Kaninchen lange Hinterbeine, mit denen er bis zu zwei Meter hoch springen kann. Außerdem sind Hasen insgesamt größer und schlanker, Kaninchen indes kleiner und rundlicher. Kaninchen treten öfter im Rudel auf, Feldhasen eher nicht.

Auch der Osterhase kommt meist allein - dabei hat er aber im Gegensatz zu seinen "Verwandten" zumeist einen Korb mit Eiern dabei.