Warum haben Sie sich dafür entschieden, die Intendanz der Landesbühnen zu übernehmen?

An schwierigen Aufgaben kann man wachsen. Und daran bin ich immer interessiert. Die Landesbühnen sind außerdem ein Theater, das mich interessiert, in seiner Tradition, in seiner Struktur, in seiner Lage. Ich bin hier in der Nähe geboren und aufgewachsen. Dazu kommt, dass ich es gewohnt bin, in schwierigen Situationen mit schwejkschem Humor und Hartnäckigkeit nach neuen Wegen zu suchen. Das empfinde ich auch als einen kreativen Prozess am Theater.

Was soll sich unter Ihnen ändern, was soll gleich bleiben?

Es wird erst einmal Theater mit seinen Sparten Tanz, Musiktheater und Schauspiel quantitativ und qualitativ so bleiben. Die große Einschränkung ist, dass das Orchester nicht mehr zur Struktur des Theaters gehört. Es ist eine schwierige Aufgabe, trotzdem eine Struktur zu erarbeiten, die doppelte Spielfähigkeit gewährleistet, also dass das große Orchester ein Konzert und eine Musiktheateraufführung geben kann.

Wie wollen Sie es bei den anstehenden Kürzungen schaffen, dass das Angebot der Landesbühnen in Qualität und Umfang gleich bleibt?

Mit diesem Kunststück beschäftigen wir uns die ganze Zeit. Indem wir uns selbst und das Theater immer wieder neu erfinden, entdecken wir merkwürdigerweise auch immer wieder Wege, wie wir etwas ganz Neues schaffen, ohne dafür neues Geld zu bekommen. Das gehört zur Kunst ein bisschen dazu.

Mit Manuel Schöbel hat Juliane Matthey gesprochen (dapd).