Hein ist fraktionsloser Abgeordneter, der einzige im Parlament. Im Landtag sitzt er meist an seinem großen, weißen Notebook - und schweigt.

Eine Rede dagegen hat der Abgeordnete bislang nicht gehalten. Und auch die sonstigen öffentlich wahrnehmbaren Aktivitäten des Parlamentariers blieben übersichtlich. Regelmäßig nimmt Hein an den Sitzungen des Haushaltsausschusses teil, gelegentlich meldet er sich dort zu Wort. Doch nur zwei kleine Anfragen, beide 2015, werden ausgegeben, wenn in der Parlamentsdokumentation "Hein, Stefan" in die Suchmaske eingegeben wird. Das Thema, auf das er sich für seine erste Rede vorbereitet habe, der Versorgungsfonds des Landtags, sei von der Tagesordnung genommen worden, sagt Hein, wenn man ihn darauf anspricht. Gern würde man wissen, welche Fragen Hein an die Regierung hat oder welche Meinung er zu den im Parlament debattierten Themen einnimmt. Aber Hein sitzt nur und arbeitet am Laptop.

Dabei ist es nicht so, dass fraktionslose Abgeordnete in Potsdam gar keine Möglichkeiten hätten. Gerd-Rüdiger Hofmann hat in der vergangenen Legislaturperiode gezeigt, wie ein Fraktionsloser ein Thema, die Lage der sorbischen Minderheit, voranbringen kann. Doch davon ist Hein noch Lichtjahre entfernt.