Einer der mutmaßlichen Mörder habe mit der Tat angegeben, hieß es. Einige Bekannte führte er sogar zum Versteck der Leiche. "Er hat mir erzählt, dass er einen Penner umgebracht hat und mit dem Mord herumgeprahlt", sagte ein 19-jähriger Lehrling.
Ein anderer Auszubildender ergänzte: "Er hat das Ganze schön gefunden. Es war nicht so, als ob es ihm Leid getan hätte." Wie eine Reihe weiterer Zeugen gingen die beiden aber nicht zur Polizei. Erst vier Monate nach dem Verbrechen hatten die Beamten erfahren, was mit dem vermissten Marinus tatsächlich geschehen war.
Zwei 18 und 24 Jahre alte Brüder haben mittlerweile in schriftlichen Geständnissen eingeräumt, Marinus stundenlang gequält und dann getötet zu haben (die RUNDSCHAU berichtete). Die Angeklagten verscharrten den Schüler in einer Jauchegrube auf einem ehemaligen Stallgelände.
"Die Knochen haben rausgeguckt", berichtete eine 15-Jährige aus Potzlow gestern unter Tränen auf der Zeugenbank. Als sie seinerzeit hörte, dass die Brüder ihren Kumpel Marinus getötet haben sollen, habe sie das zunächst nicht geglaubt. "Aus Neugierde sind wir dann zum Versteck der Leiche gefahren." Einer ihrer Begleiter habe dort gebuddelt - und nach dem grausigen Fund die Polizei angerufen.
Der Prozess wird am Montag mit weiteren Zeugenbefragungen fortgesetzt. (dpa/ta)