Wie Greenpeace am Donnerstag mitteilte, habe die neue Regierung verkündet, der Staatskonzern Vattenfall solle "dahingehend beeinflusst werden, dass die Erweiterung des Braunkohlengeschäfts... vorzeitig beendet werde". Greenpeace sieht darin das Aus für die drei neuen Tagebaue. "Wir interpretieren das so", sagte Grennpeace-Sprecherin Cornelia Deppe-Burghardt.

Bei Vattenfall wollte man das am Donnerstag nicht kommentieren. "Uns liegt diese Erklärung im Wortlaut noch nicht vor", so Susann Thomanek von der Pressestelle in Cottbus. Für Nochten II in Sachsen und für Welzow-Süd II in Brandenburg liegen jeweils positiv abgeschlossene Braunkohleplanverfahren und entsprechende Regierungsbeschlüsse vor.
Wie inzwischen bekannt wurde, hat die Bürgerinitiative Zukunft Proschim/Welzow e.V. im September einen Brief an den Vattenfall-Konzern-Chef Oystein Loseth und Vattenfalls Deutschlandchef Tuomo Hatakka geschrieben. Etwa 300 Einwohner im Welzower Wohngebiet V und im Ortsteil Proschim, die für Welzow-Süd II umgesiedelt werden müssten, hätten den Brief unterzeichnet, so der Vereinsvorsitzende und Proschimer Ortsvorsteher Gebhard Schulz. In dem Schreiben verwahrten sich die Unterzeichner dagegen, dass Tagebaugegner in der Region "für sich in Anspruch nehmen, für alle von Umsiedlung Betroffenen zu sprechen".

Auch dürften politische Rangeleien in Schweden nicht zu einer weiteren Nervenprobe der betroffenen Bürger führen. Die erwarteten von Vattenfall, so Schulz, klare Aussagen wie es mit dem Tagebau nun weitergeht und wann die Umsiedlung beginnen soll. Niemand wolle seine Heimat leicht aufgeben, sagt Schulz, aber die Leute wollen Klarheit, wie sie ihr Leben weiter planen können.
In Schweden sind aus der Wahl im September sehr schwierige Mehrheitsverhältnisse hervorgegangen. Der Sozialdemokrat Stefan Löfven will mit den Grünen eine Minderheitsregierung bilden. 132 von 349 Abgeordneten wählten ihn am Donnerstag zum Ministerpräsidenten. 49 stimmten gegen ihn, 150 enthielten sich.