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| 02:33 Uhr

Schwarzer Tag für Liberale und Grüne

Berlin. Der Sieg der Union bei der Bundestagswahl hat die politische Karte Deutschlands verändert: Während die Kanzlerin erste Sondierungsgespäche führte, trat FDP-Chef Rösler zurück. Auch der gesamte Grünen-Vorstand steht vor dem Aus.

. Das Debakel der FDP und die Niederlage der Grünen bei der Bundestagswahl haben zu ersten personellen Konsequenzen geführt. FDP-Chef Philipp Rösler trat am Montag zurück, der nordrhein-westfälische Parteichef Christian Lindner steht bereits in den Startlöchern. Auch die Grünen stehen vor einem personellen Neuanfang. Die Vorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir schlugen den Rücktritt des gesamten Bundesvorstands vor. "Ein "Weiter so" wird es sicherlich nicht geben", sagte Özdemir am Morgen. "Dazu gehört eine personelle und eine inhaltliche Neuaufstellung."

Der langjährige Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, kündigte bereits seinen Rückzug von dem Posten an.

FDP-Chef Rösler sagte, er wolle mit seinem Rückzug von der Parteispitze auch die Verantwortung für den "bittersten Abend" nach einer Bundestagswahl übernehmen. Für den FDP-Bundesvorsitz kandidiert nun NRW-Landeschef Lindner.

Die Sondierungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für eine stabile neue Regierung gestalten sich trotz des Traumergebnisses bei der Wahl schwierig. Merkel bestätigte am Montag, dass es erste Gespräche mit SPD-Chef Sigmar Gabriel über eine erneute Große Koalition gegeben habe. Dieser habe aber darauf verwiesen, dass die SPD erst ihren Konvent an diesem Freitag abhalten wolle. Zudem ließ die CDU-Chefin erkennen, dass sie auch zu den Grünen Kontakt aufnehmen wolle.

Führende SPD-Politiker wollten sich nicht automatisch auf eine Große Koalition festlegen. Es gebe auch eine schwarz-grüne Option, machte unter anderem SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles deutlich.

Merkel hatte die Bundestagswahl mit einem Ergebnis knapp unterhalb der absoluten Mandatsmehrheit gewonnen. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis liegt Rot-Rot-Grün rechnerisch zwar vor der Union - mit acht Stimmen. Ein solches Bündnis wird von der SPD aber klar abgelehnt.

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