Den Angaben zufolge plünderten Diebe in 234 Fällen Reusenanlagen oder ließen gleich die gefüllten Netze ganz mitgehen. "Der Schaden ist immens, wenn wir betrachten, dass wir nur ein Fünftel aller Mitgliedsbetriebe abgefragt haben", sagte Verbandsgeschäftsführer Lars Dettmann am Freitag. Ein Jahr zuvor wurden 194 Übergriffe mit einer Schadenssumme von rund 90 000 Euro gezählt.

Die betroffenen Fischer fühlten sich allein gelassen, so Dettmann. Wegen des Sparzwangs in Brandenburg werde trotz der langen Wasserstrecken nur noch ein Boot der Wasserschutzpolizei eingesetzt. Je abgeschiedener die Region sei, desto häufiger gebe es Übergriffe. Teilweise könne dies zur Existenzbedrohung für die Fischer werden. Ähnliche Probleme gibt es seinen Angaben zufolge auch in Aquakulturen. Schwarzangler würden vor allem nachts ihre Ruten in die Zuchtteiche halten.

Probleme machen den Fischern laut Verband auch die vielen Freizeitkapitäne ohne Bootsführerschein. "Sie haben auf dem Wasser so gut wie keine Erfahrungen, steuern bei Anlegemanövern oft in Reusenanlagen hinein und zerreißen so die Netze", sagte Dettmann. Er habe nichts gegen die neue Sportboot-Verordnung, die es erlaube, bis zu 15 PS starke Boote führerscheinlos zu steuern. "Die Bootsvermieter sollten ihre Kundschaft explizit aufklären, dass Reusen tabu sind", sagte Dettmann. Rund 30 000 Euro Schaden haben solche Laienkapitäne im Jahr 2011 an Reusen verursacht.