Putin versicherte Tusk, dass russische und polnische Spezialisten bei der raschen Aufklärung des Unglücks eng zusammenarbeiten würden. In Polen ließen Zehntausende von Menschen ihren Tränen über den Tod des 60-Jährigen, seiner Frau Maria und zahlreicher anderer hochrangiger Vertreter des Landes freien Lauf. Das ganze Wochenende hindurch pilgerten Tausende zum Präsidentenpalast, um den Toten die letzte Ehre zu erweisen. Vor dem Amtssitz des Staatsoberhaupts in Warschau zündeten die Menschen Grabkerzen an und legten Blumen nieder. Der Platz verwandelte sich in ein Meer aus Kränzen und Lichtern. Am Samstagabend hatten Tausende dort und auf dem benachbarten Platz des Sieges ihr Mitgefühl für die Opfer des Absturzes demonstriert. Bereits am Samstagabend waren die ersten Leichen aus Smolensk zur gerichtsmedizinischen Untersuchung nach Moskau gebracht worden. Dort sollten sie von ihren Angehörigen in Empfang genommen werden. Anschließend wurde ihr Transport nach Warschau vorbereitet. Kaczynskis Zwilling Jaroslaw hatte seinen Bruder und dessen Frau noch am Unglücksort identifiziert. Der Leichnam des Präsidenten wurden am Sonntag nach Warschau geflogen. In der russischen Hauptstadt werden auf Anweisung von Putin auch Trauerfeiern für polnische Angehörige organisiert. Am Sonntag trafen dort mehrere Flugzeuge und Züge aus Polen ein. Auch in der weißrussischen Stadt Witebsk nahe der Grenze zu Russland landeten Maschinen mit Angehörigen. Der autoritäre Präsident Alexander Lukaschenko wies die Behörden an, den Trauernden bei der Weiterreise nach Russland nach Kräften zu helfen . Bei Trauergottesdiensten, die am Samstag und Sonntag in Warschau, Krakau und vielen anderen Städten Polens stattfanden, riefen die Bischöfe zur nationalen Versöhnung auf. Im Warschauer Dom sagte Erzbischof Kazimierz Nycz, der tragische Flugzeugabsturz habe ganz Polen getroffen. Die Tragödie müsse zur Einheit der Nation bei tragen. dpa/roe