"Das ist ein Meilenstein in den Beziehungen zwischen den USA und China", sagte Obama am Mittwoch bei einer Pressekonferenz zusammen mit Xi in der Großen Halle des Volkes. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt produzieren zusammen fast so viel klimaschädliches CO{-2} wie der Rest der Welt zusammen.

Zum Abschluss ihrer zweitägigen Gespräche gaben Obama und Xi eine gemeinsame Erklärung zum Klimawandel ab und kündigten eine Zusammenarbeit bei erneuerbaren Energien an. Der US-Präsident verordnete seinem Land strengere Klimavorgaben. Die USA sollen bis 2025 den Ausstoß von Treibhausgasen um 26 bis 28 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren. Bislang hatte Washington eine Reduktion der Treibhausgase um 17 Prozent bis 2020 unter dem Niveau von 2005 angepeilt. Mit dem neuen Ziel verschaffen sich die USA mehr Zeit, setzen sich dafür aber auch größere Ziele.

Xi Jinping kündigte für sein Land zum ersten Mal ein Datum an, von dem an der Ausstoß von Kohlendioxid zurückgefahren werden soll. "China will mit den USA zusammenarbeiten", sagte Xi. Spätestens im Jahr 2030 soll der Höhepunkt des CO{-2}-Ausstoßes in China erreicht sein und danach zurückgehen. Konkrete Reduktionsziele formulierte Xi jedoch nicht. Allerdings kündigte er an, ebenfalls bis zum Jahr 2030 den Anteil erneuerbarer Energien auf etwa 20 Prozent zu steigern.

Die Bundesregierung lobte die Klimavereinbarung als wichtiges Signal an die internationale Staatengemeinschaft. "Beide Länder verpflichten sich auf höchster Ebene zu anspruchsvollen Klimaschutzzielen", sagte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in Berlin. "Dies zeigt, dass die beiden größten Emittenten entschlossen handeln wollen." Das sei ein gutes Zeichen für die Klimakonferenzen in Lima und Paris.

Umweltorganisationen sehen nun Deutschland stärker in der Pflicht. "Die Ankündigung aus den USA und China, sich schrittweise von den fossilen Energien zu verabschieden, bringt auch Deutschlands Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel in die Defensive", sagte Martin Kaiser, Klimaexperte von Greenpeace.