In der Mark gebe es 779 öffentliche Schulen, darunter allein 448 Grund- und 119 Oberschulen. "Im Grundschulbereich gibt es keine demografiebedingten Schließungen mehr", betonte Rupprecht. In der Sekundarstufe I mit den Klassen 6 bis 10 müssten in den nächsten beiden Jahren voraussichtlich vier Oberschulen und fünf Gymnasien geschlossen werden. Die meisten davon könnten bereits im neuen Schuljahr aus Mangel an Schülern keine 7. Klassen mehr bilden. Dagegen würden im Berliner Umland wegen des starken Zuzugs zwei neue Gymnasien in Falkensee (Havelland) sowie im Kreis Potsdam-Mittelmark errichtet.
In den Grundschulen lernen im neuen Schuljahr 118 400 Schüler. Das seien rund 2000 mehr als im Vorjahr mit 116 355. Etwa 19 400 ABC-Schützen strömten erstmals in die Klassenzimmer. Auch in den nächsten Jahren werde sich die Zahl der Erstklässler um die 20 000 einpendeln, meinte Ruprecht. Während sich in der Sekundarstufe I die Schülerzahl nur noch um 500 auf etwa 67 000 Schüler reduziere, betrage der Rückgang in der gymnasialen Oberstufe bereits 7000 Mädchen und Jungen.
Gegenwärtig gebe es im Land etwa 17 300 Vollzeit-Lehrerstellen. Das seien rund 950 weniger als im Schuljahr 2007/2008, sagte Rupprecht. Trotz des noch immer bestehenden Überhangs an Lehrern würden etwa 200 neue Pädagogen eingestellt. Angesichts des hohen Durchschnittsalters sei es wichtig, junge Pädagogen in die Schulen zu bringen. Insgesamt schaue er optimistisch in das neue Schuljahr, versicherte der Minister. "Die bereits eingeleiteten Änderungen werden eine positive Wirkung zeigen."
Zu den wichtigen Neuerungen gehöre vor allem der Schulsozialfonds. Damit könnten Kinder aus finanzschwachen Familien sonst kostenpflichtige schulische Angebote ohne Bezahlung nutzen. Dazu gehörten eintägige Veranstaltungen und bestimmte Lernmittel. Im laufenden Jahr stelle das Land dafür 925 000 Euro zur Verfügung. 2009 würden 2,5 Millionen ausgereicht. Große Fortschritte gebe es in Brandenburg beim Ausbau der Ganztagsschulen, sagte der CDU-Bildungsexperte Ingo Senftleben. Hier sei bereits viel erreicht worden. Doch das reiche noch nicht aus. (dpa/mb)