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Der ursprüngliche Fahrzeugbesitzer ist Wenzek nicht, doch als oberster Vollstrecker der Frankfurter Stadtkasse hat er ein berechtigtes Interesse daran, den Wagen gegen Geld loszuwerden. Schuldet der rechtmäßige Auto-Eigentümer der Kommune doch rund 2000 Euro. Summiert seit sieben Jahren, inklusive der Mahnungen, die der Mann ebenfalls konsequent ignorierte. Knapp 30 Einzelrechnungen stehen zu Buche - Knöllchen, Bußgelder resultierend aus Raser-Touren, Steuerabgaben. "Da der Mann einfach nicht zahlen will, wird das gepfändete Auto nun zwangsversteigert", erklärt Wenzek, wohl wissend, dass nicht alle Schulden des hartnäckigen Nicht-Zahlers mit dem Erlös beglichen werden können.
Dass ist für den obersten Vollstrecker jedoch nicht ausschlaggebend. Im Vordergrund steht für ihn der erzieherische Gedanke im Sinne besserer Zahlungsbereitschaft. Schließlich greift Frankfurt erstmals auf das Mittel der Auto-Zwangsversteigerung zurück.
"Säumige Zahler sollen merken, dass wir uns nicht länger verschaukeln lassen, sondern ernst machen." Immerhin sitzt die Stadtverwaltung mittlerweile auf Außenständen von vier Millionen Euro, die ihnen Frankfurter, aber auch Touristen schulden. 11 000 Einzelforderungen stehen zu Buche. Im Kampf ums Geld hatte die Kommune vor knapp einem Jahr zwei Paar so genannte Ventilwächter angeschafft. Sie werden mit wenigen Handgriffen an den Vorderreifen eines Schuldner-Autos angebracht. Sollte das Fahrzeug losrollen, entweicht die Luft aus den Reifen und das Auto ist praktisch platt. Gleiches passiert, wenn der Wagenbesitzer versucht, die "Ventilwächter" eigenmächtig zu entfernen.
In zehn Fällen wurden die handlichen Geräte tatsächlich an Autos von Schuldnern mit Außenständen von mehreren Tausend Euro angebracht, nachdem Bescheide, Mahnungen und Ankündigungen von Zwangsvollstreckungen nichts halfen.
In weiteren Einzelfällen war der Schuldner urplötzlich zahlungswillig, sobald die Bediensteten mit den Ventilwächtern anrückte. "Die so genannte Pkw-Pfändung hat sich als wirksame Vollstreckungsmaßnahme etabliert", resümiert Wenzek. Wirksam wohl auch deshalb, weil man mit dem Pfändung von ohnehin leeren Konten säumiger Zahler nicht weitergekommen war. Bei "uneinsichtigen Zahlungspflichtigen", würde er jetzt generell abklären, ob diese ein Auto besitzen.
Auch an dem weinroten Opel Vectra hatten seine Mitarbeiter zunächst Ventilwächter angebracht, nachdem zuvor Ratenzahlungen vereinbart, vom Schuldner jedoch nicht eingehalten wurden und auf dessen Konten nichts zu pfänden war. Der Autobesitzer schaltete auf stur, selbst als der Wagen nach drei Tagen abgeschleppt worden war. Also griff Wenzek zum "äußersten Mittel" und stellte das gepfändete Auto zur Versteigerung ins Internet. Theoretisch könnte sich auch der alte Besitzer an der Auktion beteiligen und so versuchen, sein Fahrzeug wiederzubekommen. An diesem Möglichkeit glaubt der oberste Frankfurter Vollstrecker jedoch nicht.