Diese bestritt jedoch, die Militärpolizisten mit scharfer Munition versehen zu haben.

In der Nacht trugen die Kopten ihre Opfer der Gewalt zu Grabe. Ein machtvoller Trauerzug mit 20 000 Teilnehmern zog von der Ramses-Straße zur großen koptischen Kathedrale im Stadtteil Abbasija, wo die Totenmesse gelesen wurde. Das berichtete die Webseite almasryalyoum.com.

Den Ausschreitungen der Sicherheitskräfte war am Sonntagabend eine friedliche Demons-tration der Kopten vorausgegangen. Die Religionsgruppe hatte dagegen protestiert, dass zehn Tage zuvor eine ihrer Kirchen in der südlichen Provinz Assuan von einem muslimischen Mob niedergebrannt worden war.

Die betroffene Kirche soll ohne Genehmigung erbaut worden sein – wobei die Christen in Ägypten selten die behördliche Erlaubnis für den Bau eines neuen Gotteshauses erhalten.

Die Übergangsregierung will nun binnen zwei Wochen eine revidierte Version des Gesetzes vorlegen, das den Bau von Gotteshäusern regelt.

Die Militär-Staatsanwaltschaft nahm am Montagabend 19 Christen und zwei Muslime in Untersuchungshaft, denen sie Zerstörung öffentlichen Eigentums und Angriffe auf die Armee vorwirft. Die Anzahl der festgenommenen Christen stehe in merkwürdiger Diskrepanz zum Anteil der Christen unter den Getöteten, stellten Beobachter fest.

Persönliche Konsequenzen aus dem Blutbad zog inzwischen der ägyptische Finanzminister Hazem al-Beblawi: Er trat zurück. Der Minister, der zugleich auch Vize-Ministerpräsident für die Wirtschaft war, begründete seinen Schritt mit der „schwachen Leistung der Regierung beim Umgang mit den Zusammenstößen“.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ermahnte die Ägypter zur Besinnung auf den historischen Wandel vom Jahresanfang. Von den Behörden der Übergangsregierung forderte Ban, die Menschen- und Bürgerrechte aller Ägypter zu schützen, gleich welchen Glaubens sie sind.

Auch US-Präsident Barack Obama rief alle Seiten zur Mäßigung auf.